Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
273
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(633) vier Beſiter vertheilt wäre; es treten auch hier zuweilen Ausnahb- men ein, die von der Zuſammenſetzung der Güter hergenommen ſind, aber Übrigens iſt es an ſich ſchon einleuchtend, daß die vergrößerten Betriebscapitale und"die verdoppelte Aufſicht den Übergroßen Beſtb läſtig, und ſchlecht rentirend machen müſſen!z man findet davon die Beſtätigung häufig in einem und demſel- ben Lande, noch vielmepr in verſchiedenen Ländern; ſchwerlich dürften die großen niederdeutſchen iter einen Vergleich zu ih- rem Voxtheii in dieſer Beziehung mit den bey weiten kleinern, mittel- und weſtlichen deuiſchen Gütern beſtehen.

Die Theilung des Bodens in kleinere Beſitzthümer, als die jebigen in manchen Länzern und Provinzen ſind, konn ſowobl aus.- dem Standpuncte des Privatvorthei!ls', als gus dem der Nationalwirthſchaft und der Nationalwohlfahrt, der Staatk- Fröfte u. ſ. w. betrachtet werden. Man hat lange darüber ge- ſtritten, ob es wobl einem Bauer erlaubt ſeyn könne, von ſei- ner Beſitzung einige Morgen Landes zu trennen und zu verfau- fen, oder das Ganze in zwey oder vier Beſigungen zu theilen, und man bat dieß wegen der Beſorgniß für unzuläſſig erklärt, weil dadurch eine einzige, grenzenloie, und nur Armutb erzeu- gende Zerſtükelung des Bodens geſchaFen. werde z indeſſen be- rührt man bier das Extrem, und zu kieime Bodenparcellen, wie in Frankreich, ſind even ſo ſehr zu tadeln, rote die ungebeuren Beſizungen in Deutſchland, Polen und Ungarn z; kann man alſo die entſcheidende Antwort hierauf nach Orr und Zeit nicht un- bedingt geben, ſo muß mon doch als allgemeinen Grundſag anerkennen:daß dte Größe der Beſitvung der Größe der Mittel und Kräfte entſprechen müſſe. Bey der in der Welt beſtebenden Vertheilung des Vermögens erſcheint es wünſchenswerth, daß jedes Vermögen*) ſeine Verwendung finden möge, dieſe findet es aber häufig nicht, wegen. der Größe der Beſigungen, wegen des Schuidenzuſtandes derſelben ,, und wegen des, in Verbindung mit letztern, nur zu häufig- beſtehen- den unnatürlichen, dem Sachwerthe der Dinge nicht entſpre- <enden Preiſes 3; ſol<he Verb iſſe lähmen dze Kraft des länoli- <en Betriebes oft für eine lange Zeitz es iſt aus ſolchen weder durch den gewöhnlichen Credit, noc< durch die Hülfe der Cre: ditinſtitute herauszukommen z iſt endlich die Cataſtrophe unter Einwirkung der Juſtiz herbey geführt, ſo findet ſich' gewöhnlich enormer Verluſt; ſind aber die Beſipungen von der Art'und Größe, daß ſie eine Theilung zulaſſen, ſo pflegt dieß das. beſte und einzige Mittei zu ſeya, doch wird es in den mehreſten Län= dern verhindert durch den Zwang, den der Schuld: und daher entſtehende Hypothekennexus berbeyführt, da hierdurch gewöhn- li die Sache nicht zu einer Angelegenheit der Gläubiger, unter Beyroth eines Sachverſtändigen und des Beſitzers, ſondern zu einex Angelegenheit der Rechtsgelehrten wird, dexen Einwirkung bey gänzlich ermangelnten Sachfenntniſſen, unter dem Rechts- gange und den beſtehenden Formalitäten kein Ende erreicht. Hierdurch wird denn gewöhnlich ſowohl der mögliche Privatvor- FEINES SEN NENEIEGN

DIRE Vermögen iſt, wie öfters angedeutet, nicht Geld allein zu vers ſieben.

Deryyältniß des Landwirthſc<haftsgewerbes zum Staate, 273