Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
268
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268 Qeronomie. 6, Adſchn,| (678) her zu löſen haben, und deren Nominalwerth feſt, aber im Miß- verhältniß mit den Zeitpreiſen der Dinge ſteht, z. B. hohe-Geld- vnd Getreidezinſen, Erbpacht- Canon, Erbzins u. ſ. w. Au- ßer dieſem doch auch mit der Zeit ſich ſelbſt löſenden Falle, kann die Wohlfeilheit der'Kunſtproduction nur dazu dienen, daß ſie in größerer Menge verbraucht werden, weil mehr Menſchen im Stan- de' ſeyn werden, ſie bezahlen zu können; ſeine Unterſtüzung aber und zum Theil ſeine Haltung, zieht das Kunſtgewerbe durch die Producte des Landbaues, indem die Preiſe derſeiben ebenfalls in dieſer Weiſe wohlfeil werden, d. h. ſich in einem Verbhaltnißpreiſe zu jenen halten, dergeſtalt, daß die Erhaltungsmittel der arbeiz tenden Claſſen nicht einen enormen Geldpreis beſchreiten kön- nen.= Von ſelbſt verſteht ſich, daß dieſer Stand der Induſtrie uweilen Augnahmen oder vielmehr locale Unterbrecrkungen er-= ſeiden fann, dahin gehören, als Veranlaſſungen dazu, große Un- glü&gfälle, z. B. Ueberſcwemmungen, Sturmfluthen, ſebr harte Winter, und Krieg; Dinge, die indeſſen die hier entwickelten Grundſäße nicht zu alteriren vermögen,

Indeſſen haben die Getreideproducenten ſehr häufig ebenfalls die Beſorgniß einer zu großen Wobhlfeilheit des Getreides geſebt, und dieſe als das nothwendige Verderben alier Landwirtöſchaft geſchildert; allein ſowohl die Erfahrung, wie die Natur der Sache ergiebt, daß Werthloſigkeit des Getreides nie eintreten kann, und daß es mit den Bodenprodncten, fich überhaupt ganz anders ver- bält, als mit derl/ übrigen, häufig ſehr entbehrlichen, Kunſterzeug- Niſſen, Dieſelbe Bepölkerung eines Landes, mit Einſchluß der gewöhnlich alljährlich hinzutretenden Ueberzah!l der Lebenden Übex die Verſiorbenen, wird von derſelben Bodenfläche ernährt, und' da glle Kunſt in der Landwirthſchaft, die auf Verbeſſerung, folglich auf eine Vermehrung der Productenmaſſe hinarbeitet, fich nur nach und nach ausbvildet, ſv kann aud) der Ueberfluß an Producten, die'auf dieſem Wege erzielt werden, immex der Ueberzahl der jährlich ſich erzeugenden Conſuwenten. gegenüber geſtellt werden; wäre dieß nicht der Fall, ſo müßten die entſchie- denen Verbeſſerungen im Landhaushalt unv in der Viehzucht al- lerdings im Laufe der Zeit eine außerordentliche Preigerniedrigung gller Producte, auch des Viehes, hervorgebracht haben; man bes Merkt aber davon nichts, und folglich ſind.derg'eichen Beſorgniſſe ungegründet z; nicht weniger ſind ſie dieß auch deßhalb, weil die größern Exndten fich mit aller Konſt nie erzwingen laſſen, und die Production überhaupt an gewiſſe Zeiträume und Jahres- zeiten gebunden iſt, die abgewartet werden.wüſſen, während die Conſumtion täglich Ffortageht,-auch im Bezug auf einen beſondern Staat, nie vorherzuſagen iſt, welcher Theil der jähr- Unen Exndte in den auswärtigen Bedarf und- Handel gehen wird.

Die Productenpreiſe, die im vorſtehenden ven entwickelten Begriff der Wohlfeilbeit in ſich faſſen ſollen, müſſen der Art ſeyn, daß ſiexdie Zinſen des ſtehenden und des umlaufenden Capi» tals, das umlaufende vder Betriebscapital ſelbſt, erſtatten, und überdem eine reine Bodenrente, als Ueberſchuß, hinterlaſſen. Es wird hierbey eine gewiſſe Beziehungmit dem Gewinne aller übrigen Erzeugniſſe gedacht, und dieſes Alles conformirt ſich