Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomie, 6. Abſchn:

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De ſeine mahnichfaltigen Producte auf den europäiſchen Markt ringen, weil wir ihrer zu unſerer Induſtrie nicht entbehren kön- nen, und wir haben nicht nöthig, ihm ſolche mit baarem Gelde u bezahlen, da wir ihm ſelbſt von Deutſchland aus, unſere Proz ducke dafür geben können und wirklich geben z; das ſchöne Italien liegt noch vielleicht für lange hin in Unthätigkeit und bfFfnet ſeine Märkte fremden Nationen für ſein eigenes Bedürfniß, und welch Gewicht endlich die europäiſche Türkey, das neue Gries henland und die Nordküſten Africas für Induſtrie und Handel in die Wagſchale legen werden, das kann zur Zeit noch Niemand, und eben ſo wenig ermeſſen, als die Erfolge davon, wenn das unermeßliche Nußland ſeine Thore eröffnet, um in die Hochebes: nen Aſiens und nach China vorzuſchreiten.

An eine Abſchließung der Völker in ſich ſelbſt und in eige: ne Grenzen iſt daher nicht zu venken, dieſe iſt dern menſchli. <en Geiſte durc<aus zuwider, und man denkt wohl nicht daran, was nur in der jüngſten Zeit für die Freyheit des Handels und einer vernünftigen Neciprocität gethan worden iſtz ſelbſt Eng- land, erſtarrt in ſeiner merkantiliſchen egoiſtiſchen Abſperrung, hat wenigſtens theilweiſe davon nachlaſſen, auch ſeines Sperrſyſtems ungeachtet einen großen Theil ſeines Brodbedarfs auf fremden Märkten kaufen müſſen, und vieſes wird es ,- ſeiner innern Ver: faſſung nach, auch noch in fernerer Zeit ihun.

Es hat mit dieſer Beſorgniß beynahe eine gleiche Bewand» niß, wie mit derjenigen, die man in Anſehung der Wohlfeilheit der Producte hatz beide beruhen auf falſchen Anſichten, Vorur- theilen, oder auf abſichtlicher Verdunkelung» Wenn die Freyheit der Production und des Handels keine andern und beſſern Fol-= gen hätte, als fich ſelbt durc ihre eigne Thätigkeit zu vernich» ten, ſo wäre nichts weiter zu thun, um dieß zu vermeiden, als entweder das alte Zwangsſyſtem wieder einzuführen, wo es nicht mehr, beſteht, oder den Producenten in jedem Lande eine Art von Director odex Controlleur zu ſegen, der ihnen zur rechten Zeit ſagte, was und wieviel ſie produciren ſollten, und wenn ſie da- mit aufhören müßten. Beide Maßregeln würden zu den unver? nünftigen, und glüFlicherweiſe zu den ganz unausführbaren ge- hören 3 jeder Producent verbrauchbarer Producte(worunter hier Lebengmittel nicht gerechnet werden) kennt am beſten, wie weit er ſich ausdehnen darf, wogegen dem Producenten der Lebens» mittel dergleichen gar nicht einfällt, da das Maaß ſeiner Erzeug- niſſe ſich nach ſeinem Bodenbeſite und nach deſſen Ertragsfähig- keit, die ihre Grenzen hat, richtet, da hier ein überſchwengliches Uebermaß von Producten, bey der fortdauernden. Verzehrung nicht denkbar iſt, und nur mäßige Ueberſchüſſe bey vorzüglichen Erndten in einzelnen Gegenden Statt finden, ſelten überall.

Aber jener Gedanke wird vollends als ein ganz unzutrefſen: der erachtet werden müſſen, in Erwägung nämlich, daß die menſchliche Geſelſchaft nicht auf einem Puncte in Wiſſenſchaft und Kunſt ſtehen bleibt, ſondern beſtändig ſtel) weiter entwickelt und ausbildet und Niemand ihr darin ein Ziel zu ſte>en ver: mag, bey dem es hieße: bis hierher und nicht weiter, Weder politiſche Grenzen, noh Meere und Gebirge haben die Men»