Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
255
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Verhälthiß des Landwirthſchaftsgewerbes zum Staate. 255

(665) daber wohl zu erwägen, daß man Löhnungen nicht als hoch an- ſchlägt, die mit jenen Forderungen, wie mit dem Sachwerthe des Geldes und der Subſiſtenzmittel im Einklange ſtehen, und wofür der Leiſtende das Mögliche thut. Nur in den ſtädtiſchen Beſchäftigungen hat man biöher die unglükliche Erfahrung gez macht, daß die arbeitende Claſſe entweder böhere Lohnſätze mit Gewalt erzwingen oder ſich nicht gefallen laſſen wollte, daß die Lohnſätze nach den Zeitumſtänden bherabgeſeßt wurden 3; der leß» tere Fall dürfte mehrentheils den Fahrikherren ſelbſt zur Laſt fallen, da in der Regel wenig erſpart, und allgemeine Unzufriez denheit erzeugt, auch in der Folge gewöhnlich ſchlechter gearbei= tet wird; indeſſen verſtehen ſich die Arbeitgeber hier ſelten zu einem zeitgemäßen Opfer von ihrem eigenen Gewinne. Ein um- ſichtiges Behändeln der Sache wird immer darauf Bedacht neh- men, daß enorme Lohnſäte nicht auffommen, weil man davon ſelten; ohne ſtarkes Mißvergnügen und Schaden zu errenen, wie: der loskommen kant,

Dieſe aus der mannich fattigen 7 Vertheilung des Bodens und aus der ſchi&lichen Art der-2uMÖI EIR: der arbeitenden Kräfte, aus dem Stande der Bevöl kerung ſ. w. ſich entwi&kelnden günſtigen oder ungünſtigen Verhäl iM. gehören dem Stande der Landwirthe unmittelbar an, in ſofern man ſich jede Einwirkung der Regierung oder äußerer Umſtände davon ausgeſchloſſen deukt.

| Da aber theils Regierungsmaxime ns theils äußere Staatsver-

' hältniſſe ganz abnorme Situationen hervorbringen können, ſo iſt

' es möglich, daß dadurch das Gewerbe aus einem Extrem ins andere geworfen wird. Noch gegen die Mitte des vorigen Jahr=- hunderts war der Landbau in einem ärmlichen, zum Theil ganz boffnungeloſen Zuſtande 3; dieß lag jedoch, zum größten Theil

; am Mangel von Kenntniſſen in der Kunſt ſelbſt; dieſe ſtieg in

| der zweyten Hälfte des Jabrhnnderts/ obne jedoch eine allgemeine

| Verbeſſerung derTage der Cultivatoren herbeyzuführen, und-ſelbſt

| der höchſt vort ithafte Preis der Product te, in dieſer MENDE

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hat nicht das gewirkt, was er hätte wirken kön nen, und würde

dieß nicht gewirkt haben, wenn aud) die großen A Kriege und Um- ! wälzungen nicht darauf gefolgt wären. tan hat in dieſer ziem= | lich langen Periode die verſchied denſtet Aufforderungen anm die Negierungen gemacht, um eine Situation für die Crſltivatoren berzuſtellen und conſtant zu machen, die ihrem Intereſſe entſpre- dend wäre 3 allein die vorgeſchlagenen Mittel waren ſelten von der Art, daß dieſer Zwe> damit zu erre 1734 ſtand, welches da- ber kam, doß man das Weſen der Landypi irthſcha ft ſelbſt vnd ib- xen unmittelbaren Zuſammenhang mit der Nationalwirthſchaft Überhaupt verkannte.. Man wird ſich eber immer in jenen Wün- ſchen und Hoſfnungen vergeblich, wiederholen, ſo lange man die wichtige Erkenntniß von jevem uſammenbange entbehrt. Ab geſehen davon, daß freye Dispyoſit ion über den Boden und Fre beit der Perſonen überall die erſten unentbehrlichen Erforderniſſe ſind, mithin jedes Privilegium und jeder Vorzuz ausdeſc bioſſen ſeyn muß, ſiebt feſt, daß ſich der Landbau in ſeiney ganz eige- nen, ziemlich abgeſchloſſenen Grenzen bewegt, in ſofern nämlich von. Cultyr und Production an ſich die Rede iſt; die Producen- ten beſchreiten aber ſofort ein anderes Verhältniß, ſobalv es auf deu Productenhandel ankomwt.