Teil eines Werkes 
2 (1831)
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Oekonomie. 6, Abſchn. (664)

entgegenſtehen, und dieſes kann. in der Regel nur von Seiten. der Regierung bewirkt werden; denn wenn gleich dem entgegenz geſept werden wollte, daß es Zeiten gegeben habe, wo der ganze «ndwirthſchaftsbetrieb auch unter alterthümlicher Form unter Unfreyheit des Bauers-, Hofdienſten':und Gemeinſchaftsverband, 0 und Belaſtungen anderer Art beſtanden, und dennoch ohe Gewinnſte dabey Statt gefynden hätten, ſo iſt daraus denno<M nicht der Schluß auf die Gegenwart zu ziehenz die um der enormen Gewinne ſind vorüber und werden nie wie: erxkehren 3 außerdem haben die Kriege und ihre Folgen alle jene Gewinne, und die Betriebscapitale theilweiſe mit verſchlungen. Niemand will in unſern Tagen mehr dienſtbar ſeyn unter jenen beengenden Formen des Mittelalters, die alle Perſönlichkeit ver- nichten, und mithin iſt ohne eine vorgängige Emancipation des Bodens und ſeiner Inhaber nicht an Verbeſſerung zu den- ken. Mit Unterlaſſung dieſes Einwirkens ſeitens der Negierung, iſt dann auch dem Capitale ein tödlicher Streich verſest, das in den Händen und den Kräften des gemeinen Mannes beſteht, ge- höre dieſer nun zu den freyen oder unfreyen Landleuten. Das Arbeitscapital iſt aber eins der bedeutendſten in der National2 wirthſchaft, ſo wie es ein unentbehrliches iſtz da das, was es leiſten ſoll, nur lediglich aus der Perſönlichkeit der Leiſtenden hervorgehen kann, ſo iſt hierbey das etwa anzuwendende Erre» ungsmittel, das Geld nämlich, nicht unter allen Umſtänden an einer Stelle; beym Verfall der Landwirthſchaft geht auch die Moralität des gemeinen Mannes zu Grunde, und es wird noch ein glücklicher Fall ſeyn, wenn dieß nicht durchgängig Statt fin» det, und man ſich hinfo!lglich mit den jetzigen engliſchen Päch» tern tröſten kann,'die einen armen und elenden iriſchen Arbeits- männ immer noch thätiger und fleißiger finden, als die axbei» tende Cloſſe. aus ihrem, eigenen Volke. Der nothwendige tägli» <he Arbeitsbedarf wird in Zeiten des Verfalls der Wirthſchaften eine um ſo drücendere Laſt, als ſelbſt der niedrigſte, oft erzwuns- gene Lohnſatz doch no zu hoch iſt, in Betracht der Schlechtig» keit der Leiſtung dafür. Wenn gaber auch der kleine Landbeſiter fremder Lohnarbeit im geringern Maoße bedarf, und durch eigene Törperliche Anſtrengung das meiſte thut, ſo wird ber große Land- wirth doch augenſcheinlich, unter ſolchen Verhältniſſen, noc< in weit ausgedehnterm Maaße leiden; das ohnehin ſchwache Anla» gecapital wird nirgends augreichen, und Zuſchüſſe und Capital- zinſen die reine Landrente völlig abſorbirenz; kaum wird beym ganzen Geſchäft der eigene Lebensnnterhalt herausgebracht, Sollte man nun bey ver Möglichkeit der Verminderung rößerer Betriebscapitale, ſelbſt an Orten, wo keine Calamität erxſcht, und wo das Gewerbe nicht im Verfall iſt; wobl genö- Thigt ſeyn, im Gegenſatz zum eben geſchilderten Verhältniſſe, höhere, und zwar enorme Lobnſäthe, die den Mittelſat überſtei» um zu bewilligen; dieſer Fall wirb nicht Statt finden, wenn er Arbeitbedürfende nur nach den gewöhnlichen Erfahrungs- und Klugheitsregeln verfährt, es richtet ſich hierbey alles nach einem Maaße, das ſich durc< Lebengunterhalt, Kleidung, Obdach und einem Nothbpfennig ausſyricht, und dieſes Maaß wird, im ewöhnlichen Laufe der Dinge ſc<werlich, zum Uebermaaße ſich ſteigern, da nirgends Mangel an arbeitenden Händen iſtz es ilt