252] Oekonomie. 6. Abſchn,
[NDEN für die beſtändige Fortſezung ihrer Productionen ges geben.
Der Landwirthſchaftsbetrieb, in ſofern unter demſelben der am meiſten betriebene Ader-(Getreide:-) Bau, verbunden mit Viehzucht verſtanden wird, folglich eine künſtliche Cultur, im Gegenſaße der natürlichen Bodenbenutung, die bloß in Weide- wirthſchaft, alſo bloß in Viehzucht beſtehen könnte, trägt ein be» ſonderes ſichtbares Kennzeichen ſeines Standpunctes und ſeines Aufſteigens oder Sinkens an ſich, und dieſes beſteht in den Vieh- ſtänden, die auf einer gewiſſen Bodenfläche angetroffen werden. Das Vieh iſt Product des Bodens, und ſeine Menge muß ei: nen Beweis der fortſchreitenden beſſern Cultur liefern, weil ein größerer und beſſer genährter Viebſtand auch verbeſJernd auf den Getreidebau zurü>wirkt. Wo aber bey ſteigender Bevölkerung, -=- und falls ſonſt nicht andere drü>kende, zum Theil oben er- wähnte Hinderniſſe im geſellſchaftlichen Zuſtande obwalten, die eine unglückliche Vermehrung der Kopfzahl der ärmſten Claſſen oft dennoch nicht hindern=- Antrieb zur E ortſetzung einer verbeſ: ſerten Production, und folglich auch einer verbeſſerten Viehzucht vorhanden iſt, da muß dieſer Antrieb nothwendigerweiſe in der Geltung ſolcher Producte ſeinen Grund haben, folglich auch in der Nachfrage. Könnte man in einer gegebenen Periode den Sach- werth der Arbeit eben ſo leicht für ein gewiſſes Land,'Provinz oder Diſtrict ausmitteln und feſtſtellen, als man die Bodens fläche, die Bevölkerung, und die Durchſchnittsgetreidepreiſe era mitteln kann, ſo würden dieſe Gegenſtände, zuſammengeſtellt, den zuverläſſigſten Maaßſtab-zur Abſchägung des temporären Wohlſtandes eines ſolchen Landes abgeben. Folgende Provinzen des preußiſchen Staates ſtehen hier, auf den Grund amtlichſtas tiſtiſ<ex Ermittelungen, beyſpielsweiſe aufgeführt, um eine auf= ſteigende Progreſſion der landbaulichen Cultur, im hier angeges henen Sinne darzuſtellen,


