(661) lande, der Handel überwiegt, ſo giebt es doc< ähnliche Län- der, die, wie 3. BV, Kur- und Livland, reiner AFerſtaat ſind, wiewohl dieſes einige Handelsplätz mit Häfen bat, die je- doch mehr Stapelpläze für den allgemeinen nordiſchen Hanz del ſind.
Die Dichtigkeit der Bevölkerung und der Wohlſtand derſel» ben geben zunächſt die Grundlagen des Gedeihens der Land- wirthſchaft ab; denn der Markt iſt unter ſolchen Verhältniſſen ſtets belebt und verſorgt 3;. es, kann ſich aber allgemeiner Wohl- ſtand nicht erzeugen, wenn zu einer Vervielfältigung der Be- ſchäftigungen nicht der Antrieb vorhergegangen z; wir ſehen da» her keinen allgemeinen Wohlſtand, wo die Bevölkerung zum größten Theile nur aus Familien von Landbeſitern mit ihren Arbeitern beſteht, vielmehr wird er nur da eintreten, wv ſich zu- gleich eine bedeutenpe Volksmenge aus andern Ständen und Ge- werben vorfindet; dieß findet man in einzelnen großen Staaten ſehr oft auf beideriey Weiſe beſtätigt. Cine Statiſtik der Land- wirthſchaft giebt genügende Aufſchlüſſe über das eben Vorgetra- gene z vorausgeſept nämlich, daß man die gegebenen ſtatiſtiſchen Momente überhaupt in treffende Beziehungen mit dem Land- wirthſchaftsverkehr zu bringen verſteht 3 man kann mittelſt den» ſelben manche Probleme erklären, die bisber als ſolche galten, ohne es eigentlich zu ſeyn. Der Grund, warum in einzelnen Staaten, oder in größern einzelnen Provinzen, oft der Y>ecebau und die einzelnen wenigen andern Gewerbe, die man betreibt, verfallen, daß vie Bodenproducte einen ganz geringen Werth ba- ben, und die Verdienſte beym Landmann, wie beym Stadtbewoh- ner, bis zur Unerbeblichkeit berzbgehen, kann, einige äußerliche politiſche Veranlaſſungen abgerechnet, aus der ſchwachen Bevölz kerung und Manael an allen induſtrivſen Geiſte hervporgehen, be- ſonders wo es:an Aufforderung dur< den Handelsſiand fehlt, um eine vermehrte Arbeit auf die mögliche Production zu ver: wenden vnd-die Producte ſelbſt geltend zu machen- Man fin- det alſo Mangel an Jnduſtrie in allen den Gegenden, die ſich in dieſer Lage befinden, und dieſer Mangel wird vergrößert, wo etwa noch ſchlechte Communicationen oder Handelsſperre, ſchwere Abgaben und Verſchuldung des Grundeigenthums. hinzukommen z alsdann fällt der Werth allex Producte im Preiſe, und ſelbſt der Sachwerih derſelben iſt bedeutend niedriger, als er in Gegenden iſt, die ſich in einer entgegengeſeßten Lage befinden, Es iſt hierbey allemal nothwendig der Fall, daß ein Stand.mit dem andern lei- det, weil alle mit einander, und mit dem Landwirthſc<aftsge- werbe beſonders, genqu verzweigt ſind; dieß iſt aber auch ganz vem Laufe der Dinge gemäß z; denn jede Verbeſſerung in dem Zu- ſtande der Geſeliſchaft trägt mittelbax oder unmittelbar dazu bey, die Land: oder Bodenrente zu ſteigern, und wo dieſe ſteigt, werden ſich ſtets auch-die Gewinne-« der übrigen Producenten he- ven und ſteigen, weil in der producirenden Claſſe weder Perſo- nen no< Sachen iſolirt daſtehen, vielmehr ſogleich in eine Wech- ſelwirkang gegen. einander treten 3; vor allen aber yöird der gez meine Handarbeiter in eine beſſere Lage verſetzt, und da er unter ſolchen Umſtänden nicht nur mehr, ſondern auh beſſer arbeiten wird, weit dieß ſeine verbeſſerte Lage ſichert, ſo iſt hierdurch für alle Producenten, die der Arbeit bedürfen, eine fihere Gewähr-
Verhältniß des Landwirthſchaftsgewerbes zum Staate. 251


