Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
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(659) die langen. Zeiträume, deren es bedurft hat, um jeden Stand in ſein natürliches RNe<ht zu ſeßen, und nur zu begreifen, daß die Sachen ohne die Perſonen eigentlich nichts ſind z; daß man daher eine ſcharfe Trennung derſelben nie hätte eintreten laſſen ſollen, was freilich eine Verirrung der Nechtsdelehrten und Staatsmänner war, die über die Jdee des Rechts ſeine An2 wendung auf Perſonen und Sachen vergaßen, und ſolche auch nicht immer zu treffen wußten.-

Da die einzelnen Staaten ſchon längſt jenen oben erwähr= ten uranfänglichen einfachen Charakter abgelegt haben, da die Befriedigung der gegenſeitigen Bedürfniſſe der Menſchen eine Maſſe von geiſtiger und phyſiſcher Kraft entwickelt, die ſich in den täglichen Verrichtungen, in der Arbeit äusſpricht, da end= lich niemand in einem gewiſſen Alter ſich davon ausſchließen kann, ſeinen Beytrag zu dieſen Verrichtungen, oder zu der Ar- beit zu liefern, als etwa der muthwillige Bettler und der geiz ſtig und körperlich Verarmte(der eigentliche Bru) der Geſell: ſchaft), ſo folgt von ſelbſt, daß die Arbeit jeder Art das Er2 baltungsprincip des Ganzen geworden, und daß unter dem Jn= begriff aller dadurch in einer Staatsgeſellſchaft verrichtet wers denden Geſchäfte die ſogenannte National- oder Volkswirtha ſchaft verſtanden wird.;)

Die Wirtbſchäft oder der Verkehr eines Volks tritt aber auch in ein Verhältniß zu dem eines oder mehrerer anderer Völker, durch die Vermittelung des Handelsſtandes, dergeſtalt, daß zwiſchen den verſchiedenen Staaten alſo ein Wechſelverkehr Statt findet, oder doch in den mehreſten Fällen Stattfinden könnte und würde, wenn äußere Hinderniſſe ihm nicht oft ent= gegen träten 3 es kann alſo ein Land, wäre es auch ein Binz neunland und vom Meere entfernt, ſo gut in Verbindung mit Staaten jenſeit des Meeres treten, als dieß von einem Ufer- ſtaate geſchehen kann, mil 4

Da die Geſeze und Einrichtungen der einzelnen Staäten, die auf den Nationalverkehr influiren, ſehr verſchieden ſind, ſo folgt daraus, daß, ſowohl im innern Nationalverkehr, wie in dem nach außen gerichteten, ſich die Jntereſſen durchkreuzen, und oft einander feindſelig gegenüber ſtehen. Dieſen Mängeln abzuhelfen, iſt in neuern Zeiten der Gegenſtand der Bemühun»2 gen der Negierungskunſt geworden, und wenn bier große Er- folge Statt gefunden. haben, ſo feblt doch noh Vieles, um eine Annäherung zur Vollkommenheit zu erbliken, Jm Grunde bez ſagt das Beſtreben der Regierungskunſt weiter nichts, als ,,;im Sinne und nach den Anſprüchen und. den gerechten Forderun» gen der Betheiligten, dasjenige natürliche Verhältniß nnter ihz nen(den Stäaten in ſich und gegen einander) herzuſtellen, was Allen die Früchte ihrer Bemühungen ſichert und genießen läßt, und: dieß iſt nur vermittelſt der Herſtellung der perſönlichen, der Gewerbs- und der Handelsfreyheit, und eines gemäßigten, vernünftigen Beſteuerungsſyſtems, erreichbar;. es iſt alſo eiy Einwirken auf den inuern Verkehr ſowovbl, äls auf den Vers kehr nad) Außen, erforderlich. Da aber die Regierungsoperas tionen und Grundſätze ſich über däs Ganze des Staats erſtre- Xen, ohne jedesmalige particuläre Berückſichtigung einzelner Stände, ſo kommt in Frage, in wie weit Bodenbeſis und 42*

Verhältniß des Landwirthſhaftsgewerbes zum Staate. 249