Oekonomie. 6. Abſ<hm
(658) von jeher Sclaverey, wenigſtens Beſchränkungen aller Art, und wenn gleich bey den Alten, und ſelbſt noch zu<riſtlichen Zei- ten, auch die übrigen Künſtler Sclaven waren), ſo war doch das Verhältniß dieſer letztern weniger drü>end und weniger dauernd 3 denn ſie waren die erſten, welche ſich der Sclaverey entzogen und freye Stadtbürger wurden.
Was nun aus jenem frühern ſclaviſchen Verhältniſſe im Landweſen bis auf unſere Zeiten gebracht wurde, iſt früher ſchon berührt 3 der Fortgang der Staatenbildung und der Civiz liſation hat dem Landmanne endlich eine mehr ſichere Stellung angewieſen, die Beſitverhältniſſe zwar mannichfach geregelt, aber ſie auch zugleich unter den Schuß des Rechts geſtellt; das her giebt es jeht Recht der Perſon und Recht der Sache, und dieß leptere allein ſchon bewirkt beſonders eine Gewährleiſtung für die Fortdauer der Cultur, ſelbſt unter den verſchiedenſten Beſigesformen. Es hat ſich alſo ein Beharrungszuſtand gegrün» det 3 die Anwendung der Kräfte auf die Erde iſt conſtant ges worden, und ſteht mit allen. ihren Einzelheiten unter der Obhut der Geſezez man bat eingeſehen, daß das größte und unver=- gängliche irdiſche Gut durch den Beſiß zu einem Capitale ges worden, welches wieder andere Capitale erzeugt; der arme Na» turmenſch iſt auf dieſem Wege zum Eigenthümer mehrerer Ca» pitale geworden, die ſich tauſemdfach verändert und reproducirt haben, und eben auf dieſem Wege iſt die Sonderung der Ses ſellſchaft in verſchiedene Stände entſtanden, Eine Abſtufung dieſer Stände, nam Maaßgabe der Beſchäftigungs8art, war in frühern Zeiten durch die öffentliche Meinung feſtgeſebt, und man verband mit dem unbeſchränkten Beſitze einer gewiſſen Bo» denfläche auch zugleich eine gewiſſe Verdienſtlichfeit um den Staat, der indeſſen bey der größern Verbreitung der Kenntniſſe oller Art, und bey der Möglichkeit, ungehindert Landbeſit zu ex» werben, in neuern Zeiten von ſelbſt ſich heben mußte. Nichts deſioweniger iſt es auch im Stande der Landbeſtper ein Natio» nalgewinn; wenn es viele wohlunterrichtete, fleißige und unver» ſchuldete Landeigenthümer giebt, und Eigenſchaften der Art gras duiren den Mant in allen Beſchäftigungen..
Wenn aber gleich der Landbau, wie.alle übrigen Gewerbe, gleichen Rechten und Geſeßen unterliegt, ſo offenbart er dens noch ein eigenes Verhältniß zur übrigen Staätsgeſellſchaft, wels <es ſich aus der Eigenthümlichfeit deſſelben originirr;
Es iſt nicht ohne Bedeutung, zu unterſuchen, wodurch ſich dieſes Verhältniß eigentlich bildet; denn nach dem hiſtoriſchen Urſprunge der Stände, war das Verhältniß ganz natürlich durch Nothwendigkeit und Nüßlichkeit bedingt z allein die Natürlich» keit der Verhältniſſe iſt, im Laufe der Zeiten, dur< Verfaſſungs-= formen und Regierungsmaximen häufig ganz verdrängt, und ein abnormer unnatürlicher Zuſtand an deſſen Stelle geſeßt wor- denz dieſer Fall modificirt ſich nach den Zeiten und nach den Nationen, und geht mit der eigentlichen Geſellſchaftsbildung, mit den Wiſſenſchaften. und Künſten, und mit der Vervoll- kommnung des Regierungsweſens gleichen Schritt; und ſo lenkt man mit der Zeit wieder ein in den Stand der Natürlichkeit, wobey indeſſen die öfter eingetretenen Kriſen nicht immer ohne mancherley Wehen vorübergegangen find. Man erſtaunt über


