Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekönomie. 3, Abſchn.

(614) wo alſo jeder Arbeiter die Arbeit ſucht und finden kann, zu der er Geſchi> hat, wd alſo die Arbeiter für den Landbau nicht an die Scholle gebunden, die für die Fabrikation und Manufactur durch unnatürliche Verbältniſſe nicht in eine knechtiſche Abhän- gigkeit ihrer Arbeitgeber verfallen ſind.

- Daß der eben geſchilderte Zuſtand nicht überall, vielleicht in keinem Lande, in einiger Vollkommenheit angetroffen wird, iſt eine bekannte Sache, undo es ergiebt ſich, daß in dieſer Bezieyung in neuern Zeiten viele Staaten ſich durch beſondere Einrichtun- gen theils verbeſſert, theils, ſelbſt mit den beſten Abſichten, ſich in Mißverhältniſſe geſezt haben, die auf die Nationalwirtbſchaft vom entſchiedenſten Einfluſſe ſind. Da aber jeder Staat in die- ſer Beziehung nach ſeinen Einrichtungen betrachtet werden muß, ſo fragt ſich nur, welchen Einfluß die Nichtbeachtung jener, auf der natürlichen Ordnung der Dinge beruhenden, Principien auf den Arbeitspreis haben werde, und die Erfahrung hat noh im: mer ergeben, daß theils Arbeitsmangel, theils ſchlechte und daz ber tbeure Arbeit die Folge davon geweſen; den eben genannten Effect hat indeſſen auch zu Zeiten eine Uebervölkerung und die Demvraliſation des gemeinen Mannes hervorgebracht, und dieſe Bemerkung macht man in unſern Zeiten nur zu häufig in Län» dern, die große Kriege überſtanden haben, während welcher Zucht, Ordnung und Unterricht der Jugend der unterſten Stände auf- hörte, und die keinen Begriff von ihrem Berufe und von ihrem Verhältniſſe zur übrigen Staatsgeſellſchaft baben, wobl aber deſto mehr Anſprüche machen, und durch die unbeſchränkte Freyheit, in den Eheſtand treten, und wieder daraus ſcheiden zu können, ſobald es ihnen beliebt, die Volksmenge in ſo ſchnellen Fort ſchritten vermehren, daß die Folgezeit, und theils ſchon die Ge- genwart, an rechtlichen und ordentlichen Arbeitern Mangel, aber an müſſigen Koſtgängern und Verbrechern deſto größern Ueber- fluß haben dürfte,;

Es iſt däher in vielen Ländern der Fall, daß der Arbeits- preis ſich keineswegs ſo regelrecht feſtſtellt, wie wir vorhin aus» führten, daß zx vielmehr oft ſehr ungleich, und durch die Schlecht- heit der Arbeit gewöhnlich theuer iſt. Aber es wirkt noch ein zweyter Umſtand auf den Arbeitspreis ein, und zwar der Preis des gewöhnlichen Brodgetreides z; dieſer würde unbedingt der al2 leinige Regulator des Arbeitspreiſes ſeyn, wenn die vorerwähn«- ten Mißverbältniſſe nicht ihre Einwirkung zeigten z. in längern Zeiträumen würde man nach dem Mittelpreiſe des Brodgetreides den Preis der Arbeit mit ziemlicher Genauigkeit abmeſſen können, und dieſer Regulator iſt um ſo zutreffender, da er ſich auf das unentbehrliche Bedürfniß der arbeitenden Claſſe gründet, deren

Standpunct in. der Geſellſchaft in der Regel unveränderlich iſt,

die alſo aus' eignen Kräften nichts zu Erhöhung der Löhnün- gen im Allgemeinen beytragen kann, wenn ſie auch wollte, und die dagegen einer willtkübrlichen Erniedrigung" der Lohnſätze nu guf oben- angedeutetem Wege zu begegnen permag."

In vielen Ländern bat es leider die arbeitbedürfende Claſſe, beſonders in neuern Zeiten, dabin zu bringen gewußt, aus der dem gemeinen Manne in der Geſellſchaft vom Schi>ſale zu Theil gewordenen" unabänderlichen Stellung die möglichſten Vortheile zu ziehen, und die erwähnte ſittliche Verdorbenheit dex arbeiten-