Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen

Oekonomiſche Rehenkunft. (609) Das fernere Erforderniß zur richtigen Ausführung des Ver- anſchlagungs- Rechnungsweſens nach der im Anfang dieſes Arz tikels gegebenen Darſtellung unter 3. iſt die Feſtſtellung der Beſtellungskoſten und Zinſen, auch, in Anſehung des Acer- baues, die Productionskoſten genannt 3 da dieſer Artikel ſchon im 3ten Bande dieſer Encyklopädie S. 563 u. f. augsgeführt iſt,

ſo übergehen wir ihn hier und beziehen uns auf jene Ausfüh- rung.

Dagegen haben wir zur Auffindung richtiger Durchſchyitts: Rechnungsſäte zu betrachten:

die Viehſtände und ihr Futterbedürfniß und Unkoſten; die Preiſe der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe überhaupt, und

den Werth der zum Wirthſchaftsbetriebe verwendeten, ſelbſts erzeugten Producte, endlich

den Mittelpreis der thieriſchen Producte und den ſich daraus berleitenden Anſchlagspreis der Futtermittel.

Die Viehſtände hat man, in Anſehung einex richtigen Schä- bung, nach ihren verſchiedenen Raſſen und der ſich danach erge: benden verſchiedenen Größe, mithin nach der ſich hieraus beſtim2 menden verſchiedenen Futtermenge, zu betrachten, Es giebt im Allgemeinen nach dieſer Anſicht=- wenn man nicht, wie gewöhn» lich geſchieht, bloß nach der Stüzahl rechnet-- wenigſtens 6 Claſſen Rindvieh, und.»der ficherſte Unterſchied ergiebt ſich für das vorliegende Bedürfniß obne Zweifel aus dem Gewichte im le: benden Zuſtände; man findet alfo Kühe von 200 bis zu 800 und Ochſen von 400 bis zu 1000 Pfunden z die gewöhnlichen Land- ſchafe der Niederungen und der Klaygegenden auf der Höhe wies: gen an 70 Pfund, das ausgewachſene Marſchſchaf iſt noch ſtär- ker, die der ärmern Sand: und Heidegegenden wiegen nur 50 Pfund und noch weniger, und ſehr verſchieden ſind die feinern Schafe von ſpaniſcher Abkunft. Dieſe Verſchiedenbeiten beſtim«- men nothwendig ſowohl den Capital- als den Nutungswerth, und endlich den bloßen Fleiſchwerth des Viebes,.

Bey der Art des Viehfutters finden die größten Verſchie: denheiten Statt, die ſich nicht bloß auf die Größe des Viehes, wie. es ſeyn ſollte, ſondern auf Gewohnheiten gründen; was man an einem Orte eine reichliche Fütterung nennt, erſcheint an einem andern als eine ſehr karge; daher iſt nur in großen Wirth2 ſchaften, wo man den Werth der Viehſtände und der Düngung gehörig erkannt hat, die Sache auf ihr rechtes Maaß gekommen; wovon äber die'ökonomiſchen Rechner Notiz zu nehmen nicht für nöthig erachtet haben; ſie halten ſich vielmehr gewöhn- lich an alte. Futterſätze nach der StüFzahl des Viehes, ohne Nüſichtauf deſſen Bedürfniß z die ritterſchaftlichen Taxa2 tionsprincipien für die Chur: und Neumart Brandenburg vom 19ten Auguſt 1777 beſtimmen folgende Futterſähe für 6 Win» termonate, wobey zu bemerten, daß eine Mandel Stroh von 15 Bunden zu 300 Pfund Gewicht angenommen iſt, wiewohl im GENE! eine ſolche Bundezahl gewiß ein geringeres Ges wicht batte.

VILL 39