Oekonomiſc<he Rehenkunſt. (607)
Weidefelder zeigen dagegen eine höhere Cultur; Niemand aber
bindert einen freyen Beſitzer, den Dreeſch künſtlich zu beſamen,
Die Stoppel- und Braa<weide, Hinſichtlich beider gele die vorhin angeführten allgemeinen Wahrheiten z ſ. Aer- weide.
Die Weide auf wirklich gebraachten Feldern iſt oft ganz un:- erheblich, weil ſie nur in dem aufſproſſenden Samenuntkraut de: ſteht, worunter der Hederich noch die mehrſte Weide giebt, Iſt das Braachfeld bis zu Johanni nicht umgebrochen, ſo“ iſt es un- eigentliche Braache und ſteht daher zum Theil mit dem Dreeſch gleich, Einige Früchte, z. B. Erbſen, Linſen, Widen, Lein und Hanf hinterlaſſen, wenn ſie gut geſtanden, faſt gar keine Weidegräſer, und ſie ſproſſen auch ſpäter nicht in gleicher Menge, wie in den Getreideſtoppeln, hervor. Die beha>ten Früchte und der Tabak hinterlaſſen ſchon wegen. des öftern Beha>ens, und weil ſie. am ſpäteſten das Feld räumen, faſt gar keine Weide.
Waldweide erſc>eint bloß als eine Nebennutzung des Wahn des und iſt ihm oft ſchädlich, was man indeſſen verhindern kann. Sie erſcheint, je nach der Zuſammenſetung eines Landgutes, oft ſehr nüßlich, ſogar unentbehrlih, Man unterſcheidet ſie nach Maßgabe des ſtehenden Holzes.
„Nadelholzweide iſt oft ſehr karg, tro>en und unergiebig, weil tro>ner und ſteiniger Sandboden und der Schatten der Bäume nicht viel Gras aufkommen läßt, und das gemeine Heie- dekraut, auch das Heidels und Preußelbeerenkraut den Boden ganz überziehen, Nur erſteres iſt für Schafe genießbar und nüße= lich 3; leßtere beide werden vom Viehe verſchmäht und höchſtens aus DU gefreſſen..
Der Buchenwald läßt, wenn er dicht ſteht, gar kein Gras aufkommen, theils wegen des ſtarken Schattens, theils wegen der Bede>ung des Bodens durch die ſchwer verweſenden Blätter z eu erzeugt er in unbedeutender Menge einige nahrhafte
anzen. 2
Eichen-, Birken- und gemiſchte Waldung pflegt die beſte Schafweide zu erzeugen; doch wird ſie, bey niedriger feuchter Lage auch für Rindvieh brauchbar. Wälder, die übermäßig mit Wachholderſtrauch und Haſelholz- bewachſen ſind, geben die wes nigſte Weide.
Elſenbrücher oder Laken eignen ſich nur für Rindvieh, Schweine und Bauerpferde, in ſofern ſie überhaupt nicht zu tief und ſchlammig ſindz in dieſem Falle wird man ſie lieber allein auf Holz benutzen, und deſſen Wuchs durch hungerndes Vieh nicht unterdrüen,
Moräſte und Löcher ſo tief liegend, daß der Boden ſtets größe- tentheils hoh überſchwemmt iſt, können höchſtens als ſchlechte Schweineweide gelten, und ſind überhaupt nur als Nebenweide H: betrachten, und ſind oft ganz unbrauchbar, wo die Unmöglich: eit der Entwäſſerung einleuchtet und ſie von ſelbſt keinen Anz wuchs von Elſen, Weiden und Werft bekommen.
. Die Gebirgsweiden machen in Gebirgsgegenden die einzige Benutunggart des Bodens aus. Sie unterſcheiden ſich nach der Höhe, der Lage gegen'.die Sonne und der oft Statt | findenden natürlichen Bewäſſerung, welche den Graswuchs un»


