Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomie. 3. Abſchn.

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Die AFerweide iſt zunächſt vom Fruchtumlauferabhängig außerdem. hat die Qualität, die Oerfläche und Lage des Bodens Einfluß darauf. Der Umlauf beſtimmt die Dauer der Weidezeit, weil vor Räumung des Feldes nicht geweidet werden kann z die Bodenqualität, Geſtaltung der Oberfläche und Ortslage beſtim- men dagegen, mit RüFſicht auf die nach der friſchen Düngung EE davon gezogenen Früchte, die Ergiebigkeit dieſer wilden

eide.

Für Hornvieh iſt wilde AFerweide ſelten hinreichend; dage: pin mehrentheils für Schafe, oft aber auch für beide nicht brauch- ar. Je ſtrenger und thoniger der Ackerboden, deſto weniger trägt er wilde Weidegräſer. Wenn das Getreide auf ſolchem ſehr dicht geſtanden bat, ſo erzeugt ſich erſt ſpät nach der Erndte ein weniges an Weidegras und dieß vermehrt ſich nur, in ſofern Regen entritt. Iſt der Boden feucht gelegen und. ſandig und durch umgebende Höhen vor austro>nenden Winden geſchüßt, ſo iſt er reich an Weide z dieß trifft jedoch nicht zu beym kalt- gründigen Thon und Schluff, auf dem gewöhnlich nicht gewei- det werden kann.' N

Die künſtliche AXerweide durch Beſamung mit Fut- terkräutern iſt diejenige, die für den Landwirth am ſicherſten iſtz denn die Zubereitung des Bodens befördert ihren Wachsthum und ihr Gedeihen eben ſo, wie jede andere Cultur dadurch beför- dert wird. Da Futterkräuter eine gute Vorfrucht für das darauf folgende Wintergetreide ſind, Veranlaſſung geben, das Samen- unkraut zu vertilgen, die Productionskraft des Akers verſtärken und Arbeit, hinſichtlich der ihnen nachfolgenden Setreidefrucht, erſparen, welches gewöhnlich, ausgenommen bey ſtrengem Boden, nach ihnen nur nach 1 u Pflügen(auf,eine Furche) geſäet werden kann, ſo iſt ein auf künſtliche AFerweide gerichteter Um- lauf ſtets vortheilhaft; dazu kommt noch, daß der regelmäßige Wachsthum der künſtlichen Weide eine ſchiliche Berechnung und Vertheilung der Fläche auf die Stückzahl des Viebes am ſicher« ſten macht, was bey der wilden Aerweide, mit Augnahme des eigentlichen Dreeſches, nur auf das Ungefähr hinaus läuft, weße- halb dann auch die Dreyfelderwirthe ſich über dieſen Punct ſehr vft verrechnet haben.-

Die Dreeſchweide, Der Begriff hiervon iſt ſehr unbe» ſtimmt 3 das Dreeſchliegen des AFers heißt eigentlich das Ruhe- liegen, Ledigliegen deſſelben, wo er nur als wilde Weide benutt wird, iſt eigentlich eine abſichtliche Veranſtaltung der Koppel- wirthſchaft und wird der AusdruF uneigentlich beym Dreyfelder-

weſen ebenfalls gebraucht. Es kommt beym Niederlegen des

Aers zu Weide- Dreeſch auf die Bodenart und darauf an, wie viel Früchte derſelbe ſeit der lebten Düngung getragen hat. Beym Zuſammentreten aller bey der AFerweide überhaupt nöthigen, günſtigen, und vorhin angedeuteten Umſtände, kann die Dreeſch= weide auf 2 Jahre als die beſte natürliche A>erweide betrachtet werden, nach dieſer Zeit nimmt ſie ſichtbar ab; auch läßt wobl niemand, der ſeinen Vortheil verſteht, Dreeſchä>er länger als 2 Jabr liegen. Auf Thonboden iſt Dreeſch unfruchtbar an Weide. Das Wort iſt niederdeutſchen Urſprungs und zwar aus Gegenden, die keinen Thonboden, ſondern mehr ſandigen Boden in gro- ßen Flächen haben. Dreeſchä>er zeigen Landüberfluß, künſtliche