Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
21
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ODekonomiſc<he Rechenkunſt, (603) werden ſie härter und weniger nahrhaft und ſterben nach und nach ab; dieſe Bemerkung macht man ſelbſt beym rothen und weißen Klee, Lucerne und Esparſette, welche zum Theil auf reichem Boden auch ſehr lange holzige Stängel bekommen 3; daher ſtimmt obiger Grundſatz wobl mit der Erfahrung überein, daß die Fütterung in beiden Jahreszeiten, nämlich die Weide oder Grünfütterung im Sommer, und die Stallfütterung im Winter, vorausgeſebt, daß ſie in beiden Zeiträumen immer hinreichend gewährt wird, ihrer Nahrhaftigkeit, alſo ihren Erfolgen und ih- rem Werthe nach, ſich immer gleich bleiben; man bemerkt daher auch ſtets, daß, wo die Sommernahrung, 3. B. auf Servitutwei- den, nicht hinreicht, dem Viehe noch Stallfutter gegeben werden, oder ſeine Zahl vermindert werden muß, wenn nicht Minderer- trag oder Krankheiten.(bey den Schafen vorzüglich der ſogenannte Hungerſchorf) eintreten ſollen. Kennt man nun, wie in der Folge gezeigt werden wird, das Futterquantum jeder Viehart, ſo erhält dadurch die Schäßung und Berechnung ihren Abſchluß. Eine Augnahme hiervon machen:.

Die Fettweiden; ſie finden ſich für gewöhnlich nur in Stromniederungen, begünſtigt durch einen vorzüglichen. Marſch» boden, regelmäßige Ueberſchwemmung, oder ſonſt feuchte Lage, unterhalten ſie 6 bis 7 Monate einen vorzüglichen, nicht bloß reichlichen, ſondern auch ſehr nahrhaften Graswuchs, dergeſtalt, daß das Vieh erfahrungsmäßig darauf ſehr bald und oft ſchon in 3, ſpäteſtens in. 5 bis 6 Monaten fett wird. Dieſe, nach ſolcher Erfahrung, nöthige Zeit beſtimmt dann auch die Weide» fläche, welche einem Stücke Vieh, je nach ſeiner Größe, einzuz- räumen iſt, und es verſteht ſich von ſelbſt, daß ein ſolches Ne» vier nicht gar zu klein ſeyn darf, da ſonſt der Viehtritt die Wie- dererzeugung des Graſes gänzlich verhindern würde, Dem wird am beſten begegnet, wenn die Größe des Ganzen eine Abthei- lung in verſchiedenen Koppeln zuläßt, 3. B. in 14 bis 21, oder bey ſc<nellern Nachwuchſe in 6 bis 12, damit das Vieh immer in friſche Weide getrieben werden kann, und dem Graſe die- thige Zeit zum Nachwuchs gegönnt wird.

Fettweiden überhaupt, und die lezterwähnte Art von aus» gedehnter Fläche und Güte insbeſondere, geben den höchſten reiz nen Ertrag, woriy ſie oft die reichſten Wieſen noch übertreffen, weil ſie die wenigſten Koſten verurſachen z ſie ſtehen alſo auch Über dem beſten A>erboden, in ſofern nämlich ein guter Abſatz des fetten Viehes dieſe Nutzunggart empfiehlt, welches ſelbſt dann noch Statt findet, wenn die Märtte für fettes Vieh etwas entfernt ſind. Uebrigens hängt es von den Umſtänden ab, ob man Nindvieh oder Schafe darauf fett weiden ſoll.

Außerdem liegt es in der Natur der Sache, daß Fettweiden ſehr gutes und höchſt nahrhaftes Gras in Fülle und unter an-* haltendem Nachwuchs liefern müſſen, weßbalb man ibre Lage richtig beurtheilen muß z denn, ſind beide Erforderniſſe nicht ver- bunden, dergeſtalt, daß das Fettwerden des Viehes in einer m0g2 lichſt kürzeſten Zeit nicht zu erwarten iſt, ſo thut man beſſer, ein ſolches Grundſtü> als Wieſe zu nutzen, im Fall nicht die Nähe einer großen Stadt, ſtarke Nachfrage nach fettem Viebe, und vorzüglich gute anhaltende Preiſe, einen Grund für die Beybe- baltung als Weide abgeben,