Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomie,- 3, Abſchn, (604)

ob ſie nach den Beſtandtheilen des Guts und nach Maaß- gabe aller Wirthſchaftsverhältniſſe unentbehrlich ſind, und alſo der Heugewinn, den ſie liefern, nicht anderweit näher und wohlfeiler beſchafft werden kann z; ob ſie bisher durch Verpachtung ſchon, und wie hoch, benußt worden,und alſo; 00 das zur Wirtbſchaft nöthige Heu hat anderweitig angekauft werden müſſen. d . Für den erſten Fall werden die vermehrten Unkoſten und das Riſico, welche aus der ſchwierigen Aufſicht und Benutung der- gleichen Grundſtücke folgen, ſpeciell berechnet; im zweyten wird der Durchſchnitts- Pachtertrag als reiner Ertrag in Anſchlag gez bracht, und im dritten ausgemittelt, wie viel gutes Heu für je-

nen Pachtzins angeſchafft werden kann. Geſchieht indeſſen das Letz

tere, ſo verſteht ſich, daß der Pachtzins in Einnahme und für Heukauf in die Ausgabe kommt, die Viehſtandskoſten aber auf dieſes Heuquantum pro rata vertheilt werden, wonad) ſich ergiebt, auf wie boch es genutzt worden iſt.

Das Verfahren bey der Bonitirung der Weiden oder Hütungs- Reviere iſt dem beym Acer zwar gleich; aber dieß iſt in ſofern noch nicht hinreichend, als bey dieſen, in der Regel nicht für cul- turwürdig gehaltenen Grundſtü>en die Qualität des Bodens, bin- ſichtlich ſeiner Graswüchſigkeit, und die Qualität und Ouantität Des Graſes no beſonders ermittelt werden muß, welches im Bonitirungswege allein nicht möglich, und übrigens jeder poſitive Ausſpruch bierunter nur willfüödrlich iſt. und durch nichts ver- bürgt ſeyn würde, Daher müſſen nach erfolgter gewöhnlichen Bo= nitirung die Ausſprüche der Boniteure darüber:;

wie viel Flächenraum von der vorhandenen Weide. zur Er-

nährung eines Stücks Vieh, nämlich Nindvieh, Schafe, vor-

züglich Lämmer u. ſ, w, über Sommer für resp. 5,52 oder

6 Monat, je nachdem an dem betreffenden Orte die Weidezeit

dauert, erforderlich iſt, 93200 vernommen und ſolche mit den hiſtoriſchen Nachrichten von dem bisher auf die Weide getriebenen Viehe verglichen werden z dieſe Nachrichten werden von den Verwaltern, Hirten, Schäfern ein- gezogen, das Weidevieh nach Qualität und nach ſeinem auf Cent» ner Heu feſtzuſezenden Futterquanto unterſchieden/ und ſobald dieſes alles gehörig geprüft iſt, wird die Ergiebigkeit des Weide- bodens nach Claſſen angeſprochen, und alſo beſtimmt, wie groß eine Kuh- oder eine Schafweide, nach Morgenzahl, ſeyn muß, um eine volle Weide zu geben.

In Anſehung der verſchiedenen Arten der Viehweiden iſt fol» gendes in Betracht zu ziehen, um ſie richtig zu veranſchlagen und nach ihrem Ertragswerthe zu berechnen.

Ueberhaupt gilt hierbey der leitende Grundſatß:den Werth

der Sommernahrung dem der Winternabrung gleich zu ſchäzen,'

Wenn gleich ſich derſelbe nicht gegen die Erfahrung rechtfertigt, daß die Frühjahrsweide, ſo wie die grüne Fütterung; beſonders ergiebig auf die Milcherzeugung, minder auf Fleiſch?, Fett: und Wollerzeugung, wirkt, ſo iſt doch auch gewiß, daß ſie dieſen Er- folg im Allgemeinen nur höchſtens bis Jobannis bat, bis wo die Vegetation in erſter fortſchreiten der Kraft iſt, nicht aber bis in den Herbſt, denn ſobald die Gräſer in den Samen ſchießen,

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