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Oekonomie. 3. Abſchn. (602)
Man unterſcheidet:
1) Wieſen in Stromthälern, Aue, Marſch, Bruch- oder Luchwieſen genannt z auf ihnen trifft man die vorzüglichſten Wieſengräſer an, nämlich den'Schwingel, das Schwadengras, die Milizarten und Lotus.
2) Wieſen an kleinen Flüſſen, ebenfalls gewöhnlich mit guten Gräſern, als Wieſenfuchsſchwanz, Schwingel, Lotus, Vo- gelwi>en, Wieſenklee, Zittergräs, wolliges Roßgras.
Erſtere pflegen gewöhnlichen jährlichen Ueberſchwemmungen ausgeſetßt zu ſeyn 3 bey letztern hat man bäufig eine zu vers anſtaltende Bewäſſerung in ſeiner Gewalt.
3) Wieſen in den Senkungen der Felder, in den preußiſchen Marken Mäſch- oder Feldwieſen genannt, welche auch im WEHE zu Sommerfrüchten, auch zum Flachsbau, benutt
erden.
4) Wieſen, die an Abhängen durch oberhalb entſpringende Quels len entſtanden ſind.
5) Wieſen buf Moor- und Torfgrund in gerodeten Elslaken und Lüchern,
6) Bergwieſen in der mittlern Region der Gebirge,
7) Waldwieſen, oft gleichartig mit denen unter Nr. 5.
Man bat bey einer Wieſenhütung zuvörderſt die oben bes merkten allgemeinen Eigenſchaften zu berückſichtigen und zu un» terſuchen; geſchieht dieſes im Frühjahr, ſo wird es in den mehr- ſten deutſchen Ländern vor der Mitte des Maymonats mit Er- folg nicht vorzunehmen ſeyn, beſonders wenu die Wieſen mit eie nem Frühjahrsaufhütungsrechte bis dahin belaſtet ſind. Die Eine wirkung des Waſſers bey Flußwieſen muß nach ſeiner Nühlich» keit oder Schädlichkeit genau unterſucht und allenfalls hiſtoriſch ermittelt werden.
Da ſich in früheſter Jahreszeit ſelten beurtheilen läßt,„ob und welche gute oder ſchle<te Gräſer auf einer Wieſe anzutrefs fen ſind, ſo kann aud) dieſes, falls die Abhütung nicht bis H vor der Wieſenmaht(Heuerndte) ausgeſeßt bleibt, nur dur Nachfrage bey den Hirten, Schäfern und Nachbarn geſchehen, und durch Beurtheilung des vorhandenen Heyes erforſcht werden,
Die Abſchäter haben nun zunächſt die Quantität des gewon» nen werdenden Heues auf einen Morgen, nach der Kenntniß, die ſie ſich von der Sache erworben und nach ihrer Ueberzeugung augzuſprechen, und dieſe Angaben werden nun mit den Ertrags- xegiſtern der vorhergehenden 6 Jahre verglichen, oder in Erman-
elung ſolcher werden die Meier, Schäfer, Hirten, Verwalter u. ß w. über die Fuderzabl des bisherigen Heugewinnes und ſeiz nes Gewichts vernommen, und ſolchergeſtalt die Ergiebigkeit feſtgeſtellt.
Hierauf erfolgt die Feſtſtellung der Qualität des Heues. Auf dieſe verſteht man ſich in ſolchen Gegenden vorzüglich, wo das Heu größtentheils Kaufwaare iſt, und förmlich in Sorten verkauft wird, nämlich Pferde-, Rindvieh-, Schaf- und Läm- werbeu 3; dieß iſt der Fall aber freilich nur in reichen Stromnie- derungen, bey weiten in den mehrſten Fällen muß durch Vernehb- mung der Wirthlchaftsvorſieher, der Kubpächter, Hirten und Schäfer, allenfalls auch der Boniteure, und durch den Augen«


