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Oekonomiſ<he Rechenkunſt,
(601) lich aufgeführt, dieſelbe auch von Allen unterzeichnet. In dieſe Verhandlung gehört auch der Befund der Feldmark hinſichtlich ihrer Geſtaltung, Lage des Wirthſchaftshofes, ob im Centrum oder am Ende, Größe derſelben überhaupt Gefahren dur Ver- ſandung, Ueberſchwemmung, nötbige Waſſerabzüge und deren Richtung, Hinderniſſe der Cultur durch große oder kleine, zu Tage oder halb: zu Tage liegende Steine, Ergiebigkeit der Akerweide, und ob ſole ſich beſſer für Schafe. oder Nindvieh eigne, oder für beides, und an welchen Orten, welches Alles ausführlich und mit Gründen bemerkt werden muß.-Hiernächſt geht nun das ei- gentliche Bonitirungsgeſchäft mit Zuziehung des Feldmeſſers vor ſich, bey welchem immer gewiſſe gleichartige Flächen mit Pfählen oder Marquirfahnen ausgeſondert, gemeſſen und abgeſchäßt wer- den, Das Reſultat der Abſchätzung ſolcher einzelnen Bonitirungs- abſchnitte wird vom Feldmeſſer ſofort in das Bonitirungsjournal eingetragen, und auf der Charte durch Linien und Nummern vera merft, dieſe Vermerke an jedem Abende eines Tagewerkes zum Proto- coll getragen und vom Feldmeſſer und den Abſchätern ſolc<es unter- zeichnet. Die ſich hiernach ergebenden Bonitirungsabſchnitte werden nach beendigter Abſchätzung. geometriſch berechnet, die Morgenzahl auf der Charte mit Tinte geſchrieben, und in ein Vermeſſungs- und Bonitirungsregiſter zuſammengetragen. Jn gleicher Art wird mit den Wieſen und Weiderevieren verfahren, mit dem Unterſchiede, das hierbey nicht nur das Quantum ihres natürlichen Products, ſondern auch deſſen Qualität geſchäßt werden muß. Die Ertragsfähigkeit des Wieſenbodens ergiebt ſich durch dieſelben Kennzeichen, die beym AFerboden Statt finden, und hiernächſt kommt es auf ſeinen Feuch- tigkeitsgrad und die Möglichkeit ſeines gleichmäßigen Verharrens an.
Der beſie Wieſenboden muß aus humoſen und klayartigen Gemengtbeilen ohne Sandunterlage beſtehen, der Humus völlig zerſeßt und die Lage der Wieſen ſo ſeyn, daß die hinreichende Feuchtigkeit zugeben kann, ohne übermäßig zu- ſeyn.
Dieſe Eigenſchaften vermindern ſich in dem Grade, als der RKlay durch moor- und torfartige Gemengtheile erſebt, oder noch mehr, wo der humoſe Gemengtheil des Bodens unzerſett iſt, und in einem filzigen loFXern Gewebe die Oberfläche überzieht, wäh- zend der Untergrund als ſandiger Moor entweder ſehr viel, oder ſehr wenig Feuchtigkeit an ſich hält.. In den lettern Fällen ſind dergleichen Wieſen häufig großer Verbeſſerungen fähig. Stufen- weiſe werden Wieſen ſchlechter, wo der huimoſe Theil des Bodens nebſt der angemeſſenen Feuchtigkeit ſich vermindert, und Sand, Thon oder reiner Kalkmergel die Unterlage machen, wo alsdann entweder wenige gute, oder falls überflüſſige ſtagnirende Feuchtig- keit hinzu kommt, viele, aber nahrungsloſe Gräſer hervorfommen. Ganz unbrauchbar werden diejenigen Wieſen, die wegen Unmög»- lichkeit des Abzugs das ganze Fahr unter Waſſer ſtehen und daber nur zur Einſtreu taugliches Schilf, Segge und dergleichen hervor- bringen, oft und beſſer aber noch eine Nebenweide für Schweine abgeben; dergleichen Wieſen tragen auch gewöhnlich nicht Wagen und Pferde, und das Gras muß daher abgetragen werden, weldes die Koſten vermehrt; gleich ſchlecht pflegen auch diejenigen zu ſeyn, welche ſtellenweiſe Eiſenſtein oder Sumpferz, rothes Eiſen- oxyd oder Oer enthalten, welches völlige Sterilität auf großen Stre>en veranlaßt.


