Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomie. 3, Abſchn,

(690) Geſchäft eröffnet, als bisher Statt fand 3 denn. die in manchen Ländern Statt findende Methode, das Ausſaatsmaaß, und die in Bezug auf dieſes ſich vermehrende Körnerzahl, als Frucht- barkeits- oder Ertragsfähigkeitsmeſſer anzunehmen, kann man für emen? nicht erachten, weil ſie zu falſchen Neſultaten führt,

enn 1 Scheffel Ausſaat zum fünften Korn(dieß iſt der Kunſt- ausdru>, der in vielen teutſchen Ländern fremd iſt), alſo fünfs- malige Vermehrung der Ausſaat, giebt nur eben ſoviel Ertrag, als 13 Schfl, zum vierten Korn, daher kann und ſoll vielmehr der Ausſpruch der Abſchäter nur dabin gehen: wieviel Getreide, Stroh, Futtergewächſe aller Art auf einem gegebenen Boden, nach dem beſtimmten Flächenmaaße, erzeugt werden können, zu welchen Früchten er ſich vorzugsweiſe eignet, welcher Nebenerz2 trag an wilder Weide, oder welche Quantität angeſamte Weide, für Schafe oder Nindvieh davon zu erwarten iſt, und für welche Claſſe derſelbe alſo angeſprochen werden kann. Vor dieſem Aus- ſpruche treten dann die Rückſichten ein, die hinſichtlich der Lage, des Untergrundes u, ſ. w. vorkommen, und nach welchen Um- ſtänden, zuſammengenommen, ein Boden entweder für die Claſſe unbedingt angeſprochen wird, für welche er gehört, oder vermöge welcher, und alſo warum, er in eine niedere Claſſe zu rangi- ren iſt; ein Verfahren, welches jederzeit mit Thatſachen und dar- aus hbergenommenen ökonomiſchen Gründen belegt werden muß, und deren Reſultat mit dem Kunſtaugsdrucke einer Localitäts- abweichung bezeichnet wird,

Jeder Bonitirung einer Feldmark muß eine Vermeſſung und Chartirung vorangehen, wenn ſie nicht unvollſtändig bleiben ſoll, Man hat zwar behauptet, daß die Vermeſſung füglich mit der Bonitirung zugleich vorgenommen werden, könne, es iſt dieß aber, erfahrungsmäßig, nicht zu rühmen, da es zu unendlichen Fehlern und Verſtößen Anlaß giebt, indem dabey der Feldmeſſer oft gar zu viel Bemerkungen in ſein Journal einzutragen hat, um nun auch noc die Angaben der Boniteurs über den Befund darin mit aufzunehmen, was ibn denn hinterher beym Auftragen auf die Charte und in das Regiſter in Verwirrung bringt.- gegen iſt die in Vorſchlag gebrachte Methode, die Bonitirung mit Hülfe eines Dreyecnetzes, worauf die Grenzen der Feldmark, und ihre erkennbarſten Puncte angegeben ſind, der ſpeciellen Ver- meſſung vorangehen zu laſſen, an den Orten ausführbarer, wo der Boden in ſeiner Beſchaffenheit weniger oft abwechſelt, viel- mehr in großen Flächen gleichartig bleibt; gleichwohl iſt auch bierbey eine Koſtenerſparung weiter nicht abzuſehen, worauf es am Ende nur allein hinaus läuft, und auf welche nichts ankom- men darf, wenn man durch die vorangehende Vermeſſung, bey nicht größern Koſten, die Gefahr der Unrichtigkeiten beſeitigt.

Der Act der Bonitirung ſelbſt beſteht darin, daß der Com- miſſarius des Geſchäfts mit den Boniteuren die Feldmark meh2 rere Male nach allen Richtungen übergeht, den Boden durch Auf= grabungen und auf ſonſt mögliche Weiſe(nach den im 1, Bande gemachten Andeutungen von ſeinen Eigenſchaften) unterſucht, und ſich nun mit ibnen über die vorgefundenen und anzunehmen- den Bodenclaſſen vereinigt, welche denn namentlich auögeſprochen und feſtgeſezt werden. Ueber dieſen Befund und Annahme, wird eine Verhandlung aufgenommen und darin die Claſſen nament-