Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
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Oekonomiſche Rechenkunſt, (599) oder Landſchäters aus, vermöge welcher er die Ertragsfähigkeit erkennt und ausſpricht. Es darf hier nicht ausführlich nachge wieſen werden, welche einzelnen Eigenſchaften des Bodens und der Felder bey der Bonitirung unterſucht werden müſſen, da die- ſelben ſchon im 1, Band S. 606 bis 619 aufgeführt ſind; wir pen EIE nur hinſichtlich des Acts der Bonitirung ſelbſt olgendes:

Der Erdboden iſt ſich bekanntlich nicht überall gleich, ſon» dern hat ſeinen verſchiedenen Charakter; wenn ſich in einer Gegend Berge, wenigſtens Hügel, Felſen, eine ſchwarze, thonhaltige Oberfläche findet, ſo ſchließen wir daraus auf einen reichen AFer- boden 3; dieſe Erſcheinung ändert ſich oft plößlich, und dieſelbe äußere Erdform zeigt ein röthliches oder gelbes, ſtellenweiſe ganz xothes, oder auch falbes Anſehen; wäbrend dort der thonige und humoſe Theil des Bodens im reichen Verbältniſſe, aber vielleicht noch in einem ganz rohen Zuſtande, zu einander ſtehen, treten denſelben Subſtanzen hier andere, mineraliſche, beſonders Eiſenoxyd und Kalk bey, es finden ſich dann gewöhnlich Tbon- Schiefer-, auch ſchwefelhaltige Quellen, Schwefeltieſe, Oker, braune Kohle, mächtige Thon- und Kalklager und Kalk: oder auch Thonmergel 3; in ſolchem Falle pflegen die eigentlichen AFerarten ſehr abzuwechſeln, man wird leichter über ihre Eigenſchaften ge- täuſcht, und man hat zu erwägen, in wieweit hier die Mittel exiſtiren, ihren natürlichen Fehlern, nämlich der Säure, der Kalt- gründigkeit durch große Näſſe entgegen zu wirken. Ein dritrer Hauptcharakter einer Gegend wird durch das Vorwalten des San= des angedeutet z hier iſt das Erdgemenge gewöhnlich gleichförmiger und bietet ein gewiſſes Mengenverhältniß zwiſchen Sand und Thon dar, während zuweilen an einzelnen Stellen thonige und bumoſe Flächen ſich, gleichſam wie Inſeln, erheben und ausgzeics» nen, oder der Moor, mehr oder weniger thonig und humos, in. niedrigen Stellen gute oder ſchlechte Wieſen bildet, auch Torf- lager häufig vorkommen, Die am niedrigſten liegenden Stellen des Erdbodens bilden aus verſchiedenen Gründen ein Terrain von eigenem Charakter. Ströme, die gewöhnlich ihren Urſprung in Gebirgen haben, bilden in ihrem ſie ſelbſt vorgrößernden Laufe, ſey er zwiſchen Bergen oder in Ebenen, Erdlager von verſchiede: nen Qualitäten z":manc<he führen eine große Maſſe zertrümmertes Gebirge in der Form von Sand gewaltſam fort, und machen große Diſtrikte zu unfruchtbaren Wüſten, andere führen ein Ge- menge von Thon und andern Erden herbey, die ſich durch die Jahrhunderte hin an vielen Stellen, oder in großen Diſtrikten, ablagern, und nachdem durch die Zeit die Waſſer ſich verlaufen, und die Bildung einer Erdoberfläche geſtattet haben, zeigt ſich dieſe in der ſtufenweiſen Qualität von ſandigem Moor, Klay und Marſch.(S. Bd. IV. S, 634.)

Die Bodenſchäzung muß immer auf die Fähigkeit des Bo- dens an ſich, gewiſſe Quantitäten und Arten von Früchten in einer gewiſſen Zeit hervorzubringen, gerichtet werden, und auf das aus dieſer Production ſelbſt ſich ergebende Vermögen, dieſelbe conſtant zu erbalten, welches durch Würdigung der Fähigkeit, gewiſſe Quantitäten Düngermaterial zu erzeugen, geſchieht. Durch dieſe Anforderung, die an eine richtige Bodenſchäpung gemacht wird, iſt den Abſchägern ſelbſt ein weiteres Geſichtskreis für ibr