Oekonomiſche Rechenkunſt.
(595) und Auggabe ſich gleich bleiben. Einen Geldwerth des Düngers feſtzuſetzen, iſt aber bey Veranſchlagungen zuweilen dennoch in ſofern nöthig, als es düngerliefernde Grundſtü>e giebt, die ihn nicht ſelbſt wieder conſumiren, die ſich alſo in ihrer Produc: tivität erhalten, ohne Düngung. Dieß ſind in der Regel die Wieſen und die Weidereviere z es giebt ferner ſo reichen Aer- boden, der eine, ſich alle 3 oder 6 Jahr wiederholende Dün- gung gar nicht ertragen würde, ſein Stroh: und Futterproduct kann alſo, in Dünger verwandelt, andern leichtern Grundſtü>en M2050.00] werden, und daher ſtehen ſolche reiche Grundſtü>e
en reichen Wieſen gleich, und der von ihnen herkommende Dün-
ger muß ihnen zu gut gerechnet werden. 42
Auch bey gewiſſen beſondern Beſites- und Wirthſchaftsver« hältniſſen iſt es einer richtigen Buchführung ganz angemeſſen, den Werth des Düngers, und die verwendete Menge deſſelben
u vermehren; hier kann der beſondere Werth, der dem Dünger
eygelegt wird, aus ſpeciellen Culturfällen und als das Reſultat
ſpecieller Operationen und Unternehmungen eines einzelnen Land= wirths hervorgehen, bezüglich auf die Art und Weiſe aus der vorhandenen Düngermaſſe den höchſten, und alſo einen höhern, als den gewöhnlichen Nuten zu ziehen, und ſich von- dieſen Operationen eine rechnungsmäßige genaue Ueberſicht zu verſchaf: fen, wir beſißen hierüber zur Zeit nur ein einziges ſehr ſchätba» xes Werk, unter dem Titel:.
Reſultate der Verſuche über Erzeugung und Gewinnung des Düngers, wie" ſolcher unter beſtimmten Verhältniſ- ſen aus Futter und Einſtreu bey den Pferden, dem Rind-
. vieh und den Schafen entſteht, nebſt einer Berechnung oder Ausmittelung des Gewichts und Maaßes von denjenigen ländlichen Erzeugniſſen, wel<he zur Ernährung der Thiere und Erzeugung des Düngers am gewöhnlichſten angewandt werden 3; deßgleichen: Verſuch zu einer Werthsvergleichung der vorzüglichſten A>erbauerzeugniſſe nac< Roggenkörnerwerth, wie ſolche bey Ertragsberehnungen der Erndten, bey Abſchäs bung des Aderbaues, der Wieſen, der Ertrags- und Koſten= Arabi Pb der thieriſchen Ernährung und Gewinnung des Düngers bey dem GSute Schierau angenommen und be» rechnet werden. Vom königl. Amtsrathe Blok in Schierau, mit einem Vorwort und Anmerkungen vom Staatsrath Thaer.-- Beylage zum 2ten St>. XIUten Bds, der Möge linſchen Annalen. Berlin bey Aug. Rüder 1823.
Dieſer Autor giebt als das Reſultat ſeiner Düngerwerths» berechnungen Folgendes:
Ein Fuder Schafdünger von 40 Cubikfuß= 15 Ctr. 37 Pfd. preuß. Gewichte, iſt 1 Schfl. 11 Meß. preuß, Maaß Roggen werth; letztern zu einen Thaler angenommen, iſt der Werth des Fuders 1 Thlr. 22 Sgr., der Centner alſo 32 Sgr.= Ein Schaf liefert ihm, bey ganzer Stallfütterung 1322 Ctr. Dünger, oder 75 Fuder a 40 Cubikfuß.
Ein Fuder Kuhdünger von 17 Etr,= 113 Pfd, oder 1 Shfi. 5 Met. Roggen oder dieſen 3 1 Thlr.= 1 Thlr. 10 Sgr. 10 pf., der Ctr.= 25, Sgr, Eine Kub liefert bey ganzer Stallfüiterung (nämlich ſo wie dieſer Autor füttern läßt, nach S. 56 und f.) 295 Etr, 16 Pfd,, welches a 17 Ctr,= 175 Fuüder Dünger beträgt. 38*


