Oekonomts, I. Adſchn. (594)
nen nur berechnen, was der A&erboden, die Wieſen, die Wet- den, jede für ſich hervorbringen, und hervorbringen können, une ter ibren Producten findet ſich denn auch das Futter, und die Be- urtbeilung deſſelben erfolgt theils als ſolches, theils als Dünger- material, und die Werthe werden einem jeden Theile des Bodens zugeſchrieben. Dabey kann nicht darauf Rückſicht genommen wer- den, ob die thieriſchen Erzeugniſſe jenes Kraftfutter vollſtändig al: lein bezahlen, welches, der berrſchenden Meinung nach, bey ſol- <em Boden geſchieht, der hinlängliche Stroherträge ſiefert 3; wo= gegen, wenn dieſer hinreichende Strohertrag nicht exiſtirt, auch die thieriſchen Producte nicht hinreichten, den Werth des zuge» ſchoſſenen Kraftfutters vollſtändig zu de>Xen, wo dann vielmehr der Dünger einen Theil der Koſten mit übernehmen müſſe. Dieſe Rechnungsart, wäre ſie auch ,/ was doch nicht iſt, an ſich ganz richtig ,- würde doch im ökonomiſchen Anſchlagsrechnungs- weſen ein verwi>eltes Verfahren herbeyführen, was zu vielen Irrthümern Anlaß geben, und der nöthigen Klarheit ermangeln würde. Wir geben von der Anſicht aus, daß niemand mehr Vieh halten könne und werde, als ſein Grund und Boden eben hinreichend ernähren kann 3. iſt die Fähigkeit des Bodens, iehfut« ter hervorzubringen, ſo gering, daß er nach Abzug deſſen, was das Arbeitsvieh bedarf, für das nötbige Nutvieb wenig oder nichts an Futter ausgiebt, ſo iſt die Beſitzung an ſich nicht culturwürdig, vorausgeſett, daß nicht etwa ein ganz verkehrtes Verfahren dieſen Mangel hervorbringt 3; bringt ſie aber das nöthige Futter für das Arbeits-, und eine gewiſſe Zahl Nubvieh hervor, ſo können dieſe Futtermittel ebenfalls nur dem Boden zugerechnet werden, nämlich der Ertrag davon, der mittelbar durch das Vieh 4 13:7 wird, alſo beym Arbeitsvieh durch den Werth der Arbeit, und beym Nutvieß durch den Werth ihrer verkäuflichen Producte 3; auf den ſich erzeu» genden Dünger kann man aber keine Koſten berechnen, denn will man Futter produciren und durch Vieh conſumiren, ſo muß man fich auch gefallen laſſen, daß das Vieh Dünger macht, und es kann dieſen nur im Verhältniß zu dem ihm gegebenen Futter machen, und will man dieſes jährlich reproduciren, ſo muß man den Dünger wobl in Acht nehmen und auf den AFer verwenden, und darauf halten, daß er ſich in Güte und Menge niemals vermin- dere. Dieſe Futter- und Düngerproduction un Conſumtion dreht
< alſo ſtets in demſelben Kreiſe, und man erſicht aus dem Zu- ammenhange, daß die Düngererzeugung von Seiten des Viehes etwas Unwillkührliches, die Zurüc&gabe der Düngermaſſen an den Boden aber etwas Nothwendiges zum Beſtande dex Cultur, ein anderweitiger Gebrauch, der jährlich fich zu erzeugene den Düngermaſſen aber undenkbar iſt, folglich hat der Dünger in dieſem Verhältniſſe eigentlich keinen Geldwerth, obgleich er an ſich unſchätzbar iſt; es iſt alſo ganz überflüſſig, dem Dünger einen Theil der Koſten des Viehfutters zuzuſchreiben, und noch mehr, wenn, wie in unzählig vielen Fällen, weder Wieſen und Weiden dem AFer Dünger liefern, noch Futtermittel angekauft werden 3 die Düngermaſſen gehören alſo nur in das Düngeregiſter, um den Culturzuſtand zu controlliren; wer den Werth des Dün- gers fixirt und in ſeiner Einnahme und. Ausgabe unter oben an- gedeuteren Umſtänden aufführt, kann ihn hierunter nur als ei: nen durchlaufenden Poſten berechnen, bey welchem Cinnahwe


