Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomie, 3. Abſchn,

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Frucht den Generaldur<ſchnitt von den Erträgen und. Koſten aller Früchte vorbereiten, und eine ſichere Schätung berbeyfüh- xen z und es wird bierbey von keiner erheblichen Bedeutung ſeyn, wenn in der Wirklichkeit in dem einen oder dem andern Ver- hältniſſe nicht alle genannten Früchte vorkommen, weil. ohne- dieß aus dem Anbaue mehrerer die Fähigkeit erbellt, auch noch andere hervorzubringen; wer z. B. gewöhnlich mit Erfolg Nog- gen, Erbſen, kleine Gerſte erzielt, kann eben ſo gut auch Hafer, Wien, Lein oder Waſſerrüben bauen, und niemand wird ver- nünftigerweiſe behaupten wollen, daß ein Boden deßhalb ſchlech- ter, wie ein anderer ſey, weil man leßtgenannte Früchte nicht anbauet. Es wird nur, noch zu erwägen ſeyn, daß allerdings manche Wirthſchaftsarten noch reine Braache halten, und daß alſo immer ein Theil des Ganzen in einem Jahresumlaufe nichts trägt, als höchſtens einige wilde Weide 3; da aber bey Annahme der rohen Erträge nicht allein auf die Wirkung des Braachens, ſondern auch auf die Koſten der Braachbearbeitung Rückſicht ge- nommen wird, da eine gleiche Rüſicht auf die Koſten Statt findet bey den angeſaamten Weideſchlägen, welche einerſeits mit der Getreideſaat zugleich beſorgt werden, 3. B. Klee unter Nog- gen oder Gerſte, da die Bearbeitung aufgebrochener Weideſchläge u den darauf folgenden Saaten weniger Koſten verurſacht, als ie gewöhnliche Bearbeitung, ſo gleicht ſich hierdurch der Aus- fall des Braachſchlages binreichend aus.

Dieſes. Verfahren führt offenbar die nöthige Gleichbeit in dieß Rechnungsweſen ein 3 die Productionsfähigkeit des Bodens kann ſo leicht nicht überſchäbßt werden 3 der Anbau änderer Früchte, als dex, bekannten und gewöhnlichen, müßte erſt als allgemein nachgewieſen werden, wenn er behauptet würde, und eine bin und wieder- Statt findende Abweichung von der gewöhnlichen Regel würde nichts beweiſen,

Bey Beurtheilung der P+oductionsfähigkeit des Bodens kann es nur bedingungsweiſe in Betracht kommen, wie ſich ein ge» gebener Boden verbaiten würde, wenn er eine reiche Düngung erhielte 3 die Productionsfähbigkeit an ſich aber wird dahin ver- ſtanden: in wiefern eine Bodenart die Mittel, aus ſich ſelbſt gewährt, das ihr eigne Maaß der Ergiebigkeit zu erhalten und wiederherzuſtellen, oder mit andern. Worten: wie viel Dünger: material die angemeſſene Cultur eines gegebenen Bodens zurüc- liefert, um dieſe Cultur immer wieder erneuern zu konnen,

Die richtige Beurtheilung findet ſich alſo nur innerhalb dieſer Grenze z daher beurtheilt man ihn am richtigſien, wenn man nach erfolgter Ausmittelung ſagt, der und der Boden lie: fert im Durchſchnitt der Jahre ſo viel Düngermaterial ohne fremden Zufluß, daß in ſo und ſo viel Jahren eine friſche Dün- gung von ſo und ſo viel Gewicht und Volumen erfolgen kann z; von ſelbſt verſteht ſich, daß der erneuerten Düngung die Bear=- beitung und ſelbſt das Niederlegen manchen Bodens zu künſt: licher oder natürlicher Weide oder Futterbau, endlich auch ,, je- doch bedingungsweiſe, eine ſchic>liche Fruchtfolge(ſiehe dieſen Artikel in Bd. IV. S. 149) und die Wirkungen der Atmoſphäre hinzutritt und den Fruchtbarkeitsgrad wiederherſtellt und ver- ſtärkt. Dieſes Alles beruht lediglich auf Erfahrung, welche dar- gethan hat, wieviel Trachien oder Erndten nun von ſo einer