Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Oekonomiſche Rechenkunſt. (539) Abnoymität, unter Beybehaltung des alten Namens, haven tich die Güter, die aus bloßen ſandigen Bodenarten beſtehen, allein in einer ertragefähigen Vexfaſſung erhalten, und ſelbſt unter dem Zwange des Gemeinſchaftsverbandes 3; diejenigen Güter aber, welche ſchweren Boden beſißen, pflegen noch viel weniger. den Regaln des Dreyfelderſyſtems anzubängen z vielmehr folgt man ebenfalls jenem'oben berührten abnormen Verfahren, und es wird ſelten vorkommen, daß bey ſolchen Gütern von Außenfel: dern und Lehden die Rede wäre, die man nur auf Ruhe bauetz der Name würde alſo auch bier die Sache nicht beſtimmen. Wenn man aber auch die Dreyfelderordnung, nach der An- ſicht einiger Schriftſteller, bey dieſen Rechnungsoperätionen zum Grunde lezen wollte, ſo fragte ſich doch noch zuvor: ob man dabey reine Braache oder heſommerte Braache anzunehmen hätte? Die letztere iſt eigentlich ſchon eine ganz andere Ordnung, und bebt die reine Felder- Regel auf; wird reine Braache gehalten, ſo kommen nur 2 Felder oder 35 des Ganzen zum Anſchlag, und X- nämlich das Braachfeld, wird gar nicht abgeſchäßt, weil es nicht beſtellt iſt; denno< wird nach dieſem Verfahren das ge: fundene Reſultat auf das Ganze bezogen 3; es wird alſs damit eigentlich ſo viel geſagt, daß.um der bloßen Braachbearbeitung willen nur 2 Felder einen Werth baben, und das dritte nur dazu dient, den Werth der beiden andern begründen zu helfen z; dieſes falſche Verfahren ſteht indeſſen auf gleicher Linie mit dem Gedanken, die Dreyfelderwirthſchaft hierbey überall zum Gründe zu legen, da ſie doch in vielen Gegenden gar nicht bekannt, oder ängſt vergeſſen iſt. 9 Unſere oben geäußerte Meinung, die Ertragsfähigkeit des Bodens überhaupt zur Grundlage der Schätzung zu nehmen, rechtfertigt ſich dadurch, daß die Culturart in einer möglichſt großen Zahl von Gütern, ja in ganzen Provinzen und Staaten, gar wenig verſchieden iſt und ſich ſehr ähnlich ſieht; dann auch dadurch, daß eine geringe Abweichung in der Wahl der Früchte niemals einen erheblichen Unterſchied im Ganzen hervorbringt z ſv wird 3. B, niemand behaupten, daß der Baut des Dinkels in Süddeutſchland dort den Boden theurer oder wohlfeiler mache, als in Norddeutſchland, wo er nicht gekannt iſt und nicht 60: baut wird z; eben ſo wenig wird dergleichen vom Anbau der klei- nen märkiſchen Feldrübe geſagt werden können. Die Cultur des Bodens richtet ſich im Ganzen und im Großen ſtets nach ſeiner Qualität und der daraus hervorgehenden Ertragsfähigkeit, und daraus entſteht eine, ſo zu ſagen, berrſchende Cultur; in dem ſchweren Boden werden ſtets Gewächſe gebaut, die viel*>Boden2 kraft erfordern, die aber theilweiſe auch viel Düngermaterial zu: rüdliefern, 3. B. Weizen, rother Klee, Luzerne und Esparſette, große Gerſte, Kartoffeln, Rübſen, Raps, Täbak und Noggen 3 im Boden, der ein Uebermaaß von Sand gegen Thon hat, bauet man nur Roggen, Hafer, Buchweizen, höchſtens kleine Gerſte und Kartoffeln, als Futterkraut gewöhnlich nur den weißen Klee; (ſiehe Bd, IV. über die Betriebsform und die Wirthſchaftsſyſteme den ganzen Artikel), Jſt nun die Ueberzeugung gewonnen, daß die hier genannten verſchiedenen Früchte für dieſe oder jene Ge- gend angemeſſen ſind und: durchgängig gebauet werden, ſo wird der Durchſchnitt der Erträge und der Koſten von jeder einzelnen