Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
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Oekonomie, 4, Abſchn. (616) jenigen Bodenarten haben geringe Thätigkeit, welche einen un- durchlaſſenden, wenigſtens änhaltendeu Untergrund haben. Das Eindringen des Pfluges zu einer größeren Tiefe erfordert daher immer mehrere Kraftanſtrengung, als auf mehr lo>ern Boden- arten. Bey der gewöhnlichen Trägheit der Arbeiter iſt alſo hier ſtets nur ſehr leicht geackert worden, und die Krume hat in den meiſten Fällen keine vierzöllige Tiefe. Jſt dieſe flache Krume nun durch fortgeſetzten Anbau, ohne dazwiſchen gegebene Dün- ung, bis aufsß Aeußerſte erſchöpft, und Grundſtücke ſolcher Art llen zu eine" lohnendern Cultur genommen werden, ſo muß eine allmählige Vertiefung mit zu Hülfe kommen. Aber bey der- ſelben wird nothwendig eine ganz unfruchtbare Erdſchicht mit der Krume vermiſcht und das Verhältniß der humoſen Theile, ſelbſt nach einer einmaligen ſtarken Düngung, iſt zu den rein mineraliſchen viel zu geringe, als das eine lebhafte Vegetation möglich ſeyn ſollte.

Die äußeren Kennzeichen, welche auf dieſe Beſchaffenheit der Ackerkrume, ohne daß dieſelbe mit Früchten bedeckt iſt, ſchließen laſſen, ſind folgende:

a) Dunklere Farbe. Da die ſchwarze Farbe in den mei- ſten Fällen ein Zeichen von einem günſtigen Verhältniß der hu- moſen Theile in einer Ackerkrume iſt, ſo wird der hier in- Rede ſtehende Zuſtand des Ackerlandes am häufigſten auf Thon-, Lehm- und lehmigem Sandboden angetroffen, und vergleichungs- weiſe wird Boden der Art, welcher in alter Dungtraft ſteht, im naſſen Zuſtande immer dunkler ſcheinen, als der magere.

b) Größere L erheit der Krume. Am auffallendſten wird ſich dieß nach dem Winterfroſte wahrnehmen laſſen, wo un- mittelbar nachher alle in guter Dungkraft ſtehenden Aecker in einem lo>kern Zuſtande angetroffen werden, wogegen die magern län- ger in einem ſchliffigen, näſſenden Zuſtande verbleiben.

c) Dürftiger Wuchs der natürlichen Pflanzen. In naßkalten Frühlingen vergeht hier eine geraume Zeit, bevor ſich etwas Grünes zeigt. Wenn die Poa annua, das Triticum re-

ens und andere auf ungeackerten, aber in guter Dungkraft ſtehen- Din Feldern bereits im Februar und März ausgrünen; ſo zeigen ſich auf magerem Boden nur einige harte Gräſer vom vorigen Herbſte, die das Weidevieh verſchmähet hat,

d) Niedrigere Temperatur. Es iſt auffallend, wie beym Schmelzen des Schnees auf allen in guter Dungkraft ſtehen- den Aeckern dieſe ſo viel früher die weiße Dee verlieren. Auch keimen und reifen hier alle Saaten etwas früher. Jc<h hatte ſehr oft Gelegenheit, zu beobachten, daß vierzeilige Gerſte, welche auf mageren und reichen Boden zugleich geſaet war, auf lette- rem um 10 Tage früher geerndtet werden konnte, als auf jenem.

Erfahrne Praktiker haben zwar von jeher die Wichtigkeit der frühern Cultur gewürdigt; aber in agronomiſchen Schriften iſt dieſer Umſtand bisher viel zu wenig herausgehoben worden, Bey der gewöhnlichen Bonitirung des Ackerlandes in den preußiſchen Staaten ſett man das in alter Dungkraft ſtehende Ackerland eine Claſſe höher, als das magere(ungedüngte), übrigens von glei- <er.Bodenmiſchung, ſv daß das dreyjährige Roggenland-in die Claſſe des Haferbodens und dieſes in die Claſſe. des Gerſtlandes hinüber gerü&t wird, Die wahre Differenz iſt dadurch aber bey

vom cw mn