Akerländereyen.
(615) den kann. Iſt die Krume mit ſehr vielen kleinen Steinen von 3. bis 10 Pf. Gewicht verunreinigt, ſo verräth dieß in der Regel nicht allein eine mangelhafte Grundmiſchung, ſondern es iſt eine Nieſenarbeit, eine ſolche Krume davon zu befreyen, In jedem |E müſſen vor der Werthsbeſtimmung die Koſten, welche die Entfernung dieſer Hinderniſſe verurſachen, nach dem Befund be- rücſichtigt werden.
Der Umſtand, ob eine Akerkrume voller Unkrautſamen, oder davon. ziemlich frey iſt, vermindert oder hebt ihren Werth ſehr, Die Samen vom Schoten'- Hederich(Raphanus Fäphanistrum), von dem Acerſenf(Sinapis arvensis), der Wucherblume(Chry- anthemum Seget) und, dem Flughafer(Avena fatua) ſind die- jenigen Unkräuter, die in Deutſchland dem Aerbau ſo läſtig fallen, und wogegen alle bisher vorgeſchlagenen Vertilgungs- mittel, das Jäten ausgenvmmen, nur Jalliative ſind. Die Richtung, welche der Ackerbau ſeit 25 Jahren genommen hat, wird der fernern Vermehrung dieſer und anderer Unträuter zwar Grenzen ſeen und ſie allmählig vermindern. Kann man aber Bodenarten bekommen, die weder von dem einen, noch andern leiden, ſo ſind dieſe von einem bedeutend höhern Werthe, in- dem ein Menſchenalter dazu gehört, um'eine Krume von den hartnäigſten Samenankräutern ganz zu befreyen.
Perennirende Unkräuter, die Quecke(Triticpm repens), me&h- rere Agroſtisarten, die man häufig auch Quec>en nennt, die ranfende Brombeere(Bromus caes1us), mehrere Diſtelarten u. a. m. ſind dem Ackerbau zwar auch beſchwerlich, ihre Ausrot- tung iſt aber bey weitem uicht ſo ſchwierig, als die Vertilgung der Samenunkräuter. Eine kräftige Beackerung, ſie werde dem Lande bey einer reinen Sommerbrache oder bey dem Anbau der Beha>früchte gegeben, ſet ihrer Vermehrung immer Grenzen. Die Kunſt der Bearbeitung des Bodens- muß in Deutſchland große Fortſchritte gemacht haben, weil man die früher ſo ſehr gefüvchtete Quede nur noch auf quelligen Feldern. antrifft, odev dort, wo man eine kräftige Ackerbeſtellung nicht kennt. Das Vorhandenſeyn dieſer Wurzelunkräuter in ſolcher Menge, daß ſie dem Ertrage, der angebaueten Pflanzen hinderlich ſind, iſt für den erfahrnen Ackerwirth ſtets ein Zeichen, daß es an einer ſorgfältigen Cultur auf ſolchen Grundſtü>en gemangelt habe.
Am wichtigſten iſt für den Erwerber eines AFerſtücks in Bezug auf frühere Cultur der Umſtand, ob daſſelbe bis auf eine gewiſſe Tiefe, etwa auf 6 bis 8 Zoll mit Düngerrückſtänden ver-= ſehen iſt, die in der Sprache der Landwirthe alte Dung- kra ft genanat werden. Alle Bodenarten mit geringer Thätig= keit ſinken ohne dieſe alte Dungkraft ſehr in ihrem Ertragswerthe. Eine einmalige Düngung derſelben iſt nie hinreichend, werde ſie auch noch ſo ſtark gegeben, um dem angezeigten Mangel abzuhelfen. Das Verdrießlichſte iſt obenein noch der Umſtand, daß alle Pflan- zen, welche, zur Vermehrung des Düngers angebaut werden, als die Futterpflanzen, Beha>früchte und Schotengewächſe, auf ſolchen Bodenarten noch weniger gedeihen, wie die Halmfrüchte, welche nach einer guten Düngung und Beſtellung hier eher einen genü genden Ertrag geben.
Es läßt ſich dieſe Erſcheinung recht füglich erklären, wenn man ſich die Mühe giebt, die Urſachen 31 erforſchen, Rur die-


