Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
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12 Oekonomie. 4, Abſchn. (614)

Bereich ſeiner Grenze vollführen, ohne einen neidiſchen und fau- len Nachbar zur Hülfe anzurufen. Er kann das ihm nachtheilige Waſſer ableiten, oder in die Tiefe verſenken. Er kann Grund- ſtücke, als die Wieſen zum Heugewinn nicht rentiren, untern Pflug nehmen, und dagegen feuchte Weiden, die das Gemeinde- vieh ſchonungslos bey naſſer Witterung voller Löcher trat, zu Wieſen benußen. Auf den ſchmalen Caveln oder AFerſtreifen konnte ein kräftiges Querpflügen niemals Statt finden. Bey zu- ſammenliegendem Grunde kann der Ackerbauer diejenige Nichtung in der Beackerung nehmen, die ihm die zuträglichſte ſcheint. Der Anbau der Ha>früchte mit Inſtrumenten zur Erſparung der Menſchenarbeit hat überall Eingang gefunden, wo die Zuſam- menlegung der Aecker vvllführt iſt. Die Wahl der Saaten nach| ihrer Zweckmäßigkeit für jede Art des Bodens iſt bey einem zer-| ſtüelten Beſitz nicht in dem Grade auszuführen. Jſt das in einem Herbſt oder Frühling von einem Hofe aus zu beſtellende Ackerſtü> von bedeutender Breite, ſo lohnt es der Mühe, den Weizen dorthin zu ſäen, wo dieſe Frucht mehr Vortheil bringt, als der Roggen. Bey ſchmalen Streifen läßt ſich dieß ohne andere Unbequemlichfkeiten nicht ausführen, Wer den Einfluß dieſer hier berührten Verhältniſſe auf den Erfolg des Ackerbaues kennt, wird daher die Wertherhöhung des Ackers durch eine nähere, zuſammenhängende Lage zu dem Hofe nicht in Abrede ſtellen.

6) Der frühere Culturzuſtand des Akers darf bey der Werthsbeſtimmung nie überſehen werden. Gerade dieſer ſo wichtige Umſtand wird von Unkundigen entweder gar nicht, oder doch ungenügend gewürdigt. Die Beſtandtheile der Ackerkrume kann man durc) eine Unterſuchung kennen lernen;der Unterz- grund zeigt ſich an gezogenen Gräben, die man vorfindet, oder er wird durch Eingrabungen in die Tiefe wahrgenommen. Die Lage der Ae>er zu dem Hofe und in Beziehung auf die umlie- 20% Gegend, ſo wie die Form der Oberfläche fallen leicht in

ie Augen, Dieß iſt aber nicht mit allen Kennzeichen der Fall,

welche auf die frühere Cultur einen Schluß machen laſſen, Es gehört wenigſtens ein durch Erfahrung und Uebung geprüftes Auge und eine überſichtliche Auffaſſung mehrerer Erſcheinungen| dazu, um mit einiger Sicherheit einen A>er in der fraglichen| Abſicht zu würdigen.

Ob die A&erkrume auf eine mittlere Tiefe von 6 bis 8 Zollen frey von Steinen ſey? und wenn dieß nicht der Fall iſt, ob große,| kleine oder mittlere Steine die Krume verunreinigen? iſt ein[4 höchſt wichtiger Umſtand. Eine ſaubere, kräftige Cultur kann| vor Entfernung dieſes Hinderniſſes nicht Statt finden. Nicht zu|

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gedenken, daß die Entfernung der Steine Koſten macht; ſo iſt noch wichtiger, daß darüber Zeit verloren geht, in welcher ſich für die Vermehrung der Ertragsfähigkeit durch beſſere Düngung und Beackerung wenig thun läßt. Einzelne Steine mittler Größe, von, ſolchem Gewicht, daß 2 oder 3 kräftige Männer ſie aushe- ben und aufladen können, ſind weniger nachtheilig, als diejeni- en, welche nur durch Pulver geſprengt oder in die Tiefe ver-| enkt werden können. In dieſem Falle iſt die Arbeit ſehr groß, wenn ſich viele Steine der Art in der Krume vorfinden, und es 0,0 viele Jahre dazu, bevor ein großes Gut in den Zuſtand| gebracht iſt, daß auf ſeinen Aec>ern eine gute Cultur Statt fif-