Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
Seite
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- Akkferländereyen. ;(613)

land ſo ſchön gefundene Raſen mag ſeine Entſtehung allerdings der Kunſt viel verdanken, aber daß die feuchte Seeluft ſolchen Anlagen zu ſtatten komme, darüber ſind alle aufmerkſamen Be- obachter mit einander einig. Die Körner tragenden Pflanzen geben daher in Gegenden mit geringerem Negenfall häufig einen genügenden Ertrag, wenn in denſelben die Pflanzen, welche nothwendig ein gewiſſes Maß von Feuchtigkeit bedürfen, kaum des Anbaues werth ſind. AUIE

Daß eine Gegend vorzugsweiſe vor der andern den Verwü- ſtungen des Hagels ausgeſetzt ſey, iſt eine bekannte Erfahrung. Die in der Nähe der Gebirge liegenden Ländereyen haben mehr von Platregen, Wolkenbrüchen und Hagelwetter zu beſorgen, als die Ebenen. Dieſe Erſcheinung iſt nicht ſchwer" zu erklären. Die den Zug eines Gewitters hemmenden Gebirge veranlaſſen die Entladung in ihrer Nähe.

5) Die Lage der AFerländereyen zu dem Wirth- ſchaftshvofe äußert nicht geringen Einfluß auf ihren Werth. Liegt der Hof in der Mitte der Felder und ſind dieſe ſelbſt in einem ununterbrochenen Zuſammenhange, ſo wird die Aufſficht auf alle Geſchäfte nüht nur erleichtert, ſondern die Beſtellungs- koſten werden bedeutend verringert. Die Erndte- und Dünger- fuhren können bey entlegenen Feldern ſv bedeutend ſeyn, daß dadurch der größte Theil des Ertrages hinweg genommen wird. Selbſt die Beackerungsarbeiten müſſen ſehr viel wohlfeiler wer- den, wenn Geſpann und Menſchen nicht gleichſam eine Reiſe antreten müſſen, um auf die Felder zu gelangen.

Zuweilen iſt eine ungünſtige Lage der AFerländereyen abzu- ändern, ſey es durch Umtauſch oder durch Anlage neuer Höfe z dann kann allerdings der Werth der entfernten Aeer ſehr ſtei- gen. Es iſt aber niemals außer Acht zu laſſen, daß eine Sepa- ration, durch welche eine beſſere Lage des Ac>ers bezweckt wird, immer mit vielen Weitläuftigkeiten verknüpft iſt; und, ſo wie dieſe Angelegenheiten in einigen Ländern jetzt auf geſeßlichem Wege betrieben werden, ungeheuere Koſten verurſacht, welche immer erſt von dem Werthe ſolcher umzulegenden Ländereyen in Abzug gebracht werden müſſen.

Kann einer fehlerhaften Lage des Wirthſchaftshofes nur durch Anlage neuer Gebäude abgeholfen werden, ſo ſind die Koſten noch bedeutender, es ſey denn, daß ein Neubau jeden- falls Statt finden müßte.

In allen großen Gemeinden, wo eine gemeinſchaftliche Be- nutzung der Ackerweide Statt fand, und wo vvn uralter Zeit alle Feldſtücke der einzelnen Ackerbeſitzer in kleinen Theilen zer- ſtückelt lagen, iſt nach der Zuſammenlegung des einem Beſitzer gehörenden A>ers der Werth deſſelben und die Cultur häufig um das Doppelte, ja Drey- und Vierfache GEM Ien. Dieß iſt erklärbar, wenn man erwägt, daß bey großen Gemeinden meh- Tere Felder häufig x bis 3 Meile von dem Hofe entfernt liegen müſſen. Ein großer Theil des Capitalwerthes wächſt alſo den Ackerländereyen durch Evſparung der Beſtellungskoſten zu. Ein noch größerer Theil wird ihm durch die erhöhete Induſtrie zuge- fügt, die erwe>t wird, wenn der Aerbeſitzer ſeine Felder als einen großen Garten betrachtet. Er überſieht ſeine Beſizung im ganzem Zuſammenhange 7 und kann die Verbeſſetungen in dem