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oder
die Lehre von den Verhältniſſen der einzelnen Theile der Landwirthſchaft zu einander und zum Ganzen.
Eren Ter ng:
Die Landwirthſchaft iſt ein Gewerbe, welches die gewinn- vollſte Erzeugung nutzbarer Pflanzen und deren vortheilhafteſte Berwandlung in thieriſche Producte zum Zwe hat.
Nit dem Betriebe der Landwirthſchaft, vorzüglich auf gro- jen Gütern, ſind in der Regel noch andere Gewerbe verbunden, eſtimmt zur Veredlung der rohen Erzeugniſſe des Pflanzenreſchs, »ie Brauereyen, Brennereyen, Stärtefabriken, Mühlen u. ſ. w. der zur kunjtreichen Berarbeitung roher Mineralien, wie Zie- eleyen, Kalk- und Gyps- Brennereyen.' Dieſe landwirthſchaft2 <en Fabrifen begreift man unter dem Namen der techniſchen zZewerbe, Sie greifen oft ſehr vortheilhaft in.den ganzen Zetrieb der Landwirthſchaft ein, ſind aber nicht nothwendig da= zit verbunden.
Es iſt zu verwundern, daß das Gewerbe der Landwirthſchaft, 18 die Baſis aller übrigen, eine ſo lange Zeit gebraucht hat, bes 'or man die Regeln, nach welchen es getrieben werden muß, viſſenſchaftlich ordnete. Es iſt dieß nur aus der Art des' ge= wöhnlichen Ackerbaubetriebes und den herrſchenden' Anſichten darüber zu erklären.
Kriegeriſche Horden überſchwemmten Europa, und das Necht des Stärkern machte die Schwächern zu Leibeigenen. Dieſe muß= ten den Acker bauen und dem Herrn den Unterhalt erwerben. „Dadurch kamen dieſe Geſchäfte in die Hände der Unfreyen, und weil dieſelben ſie allein verrichteten, ſo betrachtete man ſie als für unwürdig, von einem Freyen ausgeübt zu werden. Dieß Vorurtheil iſt noch nicht ganz verſchwunden. Der Genoſſe des trivialſten Handwerks dünkt ſich ein mehr geachteter Staatsbürs


