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Oekonomie. 4, Abſchn;
(612) und verwirren. Ein zur Näſſe hinneigender Boden, wird. durch ſolche Lage weniger fehlerhaft; dagegen aber iſt ein loſet, dür- rer Boden, der in einem Thale liegend vor ausdorrenden Winden durch vorliegende Hügelketten geſchützt iſt und dem das Waſſer aus höher gelegenen Ländereyen. zuſtrömt,„oft ſehr tragbares Ackerland,
Eine ſolche geſchüßte Lage des lo>ern Bodens führt aber auch Nachtheile herbey, der eine erhaben liegende Fläche nicht ausgeſett iſt. Die im Früh 2 oder Spätſommer einfallenden Nach- fröſte zerſtören die in Thälern ſtehenden Saaten weit leichter, als die auf den danebenſtehenden Hügeln. Oft erfriert in ſol- <en Niederungen der Noggen in der Blüthe, und die Kartoffeln, auch der Tabak, werden dort in der lezten Hälfte des Auguſts vom Froſt zerſtört, wogegen auf den daneben liegenden Anhö- hen dieſe Gewächſe häufig bis in den October hinein grünen.
Eben gelegene Ackenländereyen, zwiſchen ſumpfigen Waldun- gen und Moräſtenu, ſind nicht allein den Einwirkungen des Fro- ſtes mehr ausgeſetzt, ſondern die Saaten leiden hier auch öfter von nachtheiligen Thauen, Der Noſt, der Mehlthau und andere
Pflanzenkrankheiten, deren Entſtehungsart noch nicht genügend erklärt iſt, werden bey einer ſolchen Lage des Ackerlandes häufi- ger als bey einer offnen trocknen Lage angetroffen.
Bey hügelichter Oberfläche muß noch bemerkt werden, daß
die Himmelsgegend, näch welcher der Abhang liegt, einen gro- ßen Unterſchied macht. Geht die Abdachung nach Süden oder Oſten, ſo iſt ſie bey thoniger Oberfläche dem Ertrage der Grund- ftücke günſtiger, a:8 nad) Norden und Nordweſt. Bey einer WE ſandigen Oberfläche iſt die nördliche Lage weniger nach= Weillg. Felder am Fuße von Bergen und Hügeln leiden häufig an Huellen, die zwar ſelten ſichtbar werden und zu Tage kommen, die äber die AFerkrume bey naſſer Witterung leicht in einen Moraſt verwandeln. In dieſem Falle iſt eine hügelichte Oberfläche ſehr. erwünſcht, indem ſie die Ableitung der Näſſe durch Anle- gung von Abzügen erleichtert» Ebene Ackerländereyen, über welche ſolche Quellen fließen, ſind ſelten anders, als durch unterirdiſche Abzüge zu guter Cultur zu bringen.
Bey ſolchen quelligen Feldern iſt eine warme ſonnige Lage höchſt wichtig. Fehlt ſie, ſo wird es ſelten rathſam ſeyn, ſolche Grundſtücke unter dem Pfluge zu behalten, ſondern man wird einen höheren Ertrag von ihnen als Wieſen ziehen.
4) Die climatiſchen Einflüſſe kommen nun in Be- trachtung. Jh verſtehe hier weniger die mehr ſüdliche oder nvrd-= liche Lage» ſondern mehr den mittleren Regenfall einer Gegend. Dieſer und.die Feuchtigkeit der Quft wirken für den Anbatt man- <er Gewächſe beſonders günſtig und ungünſtig.
Alle Gegenden, die fern von Gebirgen und dem Meere liegen, haben in der Regel einen geringeren Regenfall, und die Luft iſt weit trockner, wenn ſie Über weite Landſtrecken, als wenn ſie über das Meer-herkommt. Nur aus dieſem Umſtande iſt es er- klärlich; warum 3. B. in den Niederlanden in einer dürren, ſan- digen Ackerkrume die Futterpflanzen Üppis wachſen, die in fern von dem Meere gelegenen Ländern, auf thonigen Bodenarten einen geringern Ertrag geben, Der von allen Reiſenden in Eng:


