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AFerländereyen.
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Für mehrere tiefwurzelnde Pflanzen, die Luzerne, Esparſette, den Krapp, Hopfen u. ſ. w., iſt der Untergrund wichtiger, als die Ackerkrume. indem ihre Cultur leichter bey fehlerhafter Be- ſchaffenheit der letzteren iſt, wenn jener nur die, Eigenſchaften VEN welche zum Gedeihen dieſer tief wurzelnden Gewächſe
ehören.
"4 Allem Pflanzenbau nachtheilig iſt ein Untergrund, der aus Ortſtein(Raſeneiſenſtein) beſteht, ſo wie überhaupt ein felſiger Untergrund wegen der Unmöglichkeit, ihn je zu verbeſſern, dem Akerbauer immer ſchädlich iſt. Die Geſteinart, aus welcher dieſer Untergrund beſteht, macht jedoch auch hierin einen Un- terſchied. Thonſchiefer und Kalkſtein werden durch die Atmo= ſphäre allmählig aufgelöſet, und die Krume wird durch fortge- ſezten Anbau tiefer, wogegen von Granit und Sandſtein nur ſehr unmerkliche Abtrennungen erfolgen.
Die Tiefe der A>exkrume, welcho den Werth eines Bodens weſentlich) verändert, wird bauptſächlich von dem Unter- grunde bedingt. Iſt dieſer von ſolcher Beſchaffenheit, daß die Ackerinſtrumente ihn allmählig mit der Ackerkrume vermengen können, ſo iſt dadurch der ſteigenden Aercultur ein ſehr weites Ziel geſte>t.'Bey nachtheiliger Beſchaffenheit des Untergrundes, wenn derſelbe nicht berührt werden darf, weil er die Ackerkrume verſchlechtern würde, oder ſeiner felſigen Beſchaffenheit wegen nicht berührt werden kann, muß die Ackerkrume nur ſeicht bleiben. Viele Culturpflanzen dringen 10 bis 12 Zoll tief in den Boden ein, und wenn andere, wie die Getreidepflanzen auch mit einer geringern Tiefe ſich begnügen, ſo läßt ſich doch nicht ableugnen, daß aud) ſelbſt der Getreidebau lohnender auf einer AFerkruine iſt, welche je zuweilen auf 10 bis 12 Zoll tief gerührt wird.
Da gerade der lohnendſte Anbau der Behackfrüchte, der Fut- terpflanzen und Handelsgewächſe nur auf Boden mit tiefer Aker- kXrume Statt finden kann:. ſo[otgt von ſelbſt, wie wichtig der Untergrund, auch von dieſer Seite betrachtet, iſt.'Da die meiſten Unkoſten bey dem Aerbau dieſelben bleiben, ob eine 3 oder 8- zöllige Krume bearbeitet wird, ſo iſt ein Aker mit tiefer, gut Durchgedüngter Krume ſeinem Ertragswerth nach einer doppelt ſo großen Fläche mit ſeichter Krume vorzuziehen.
3) Die Form der Oberfläche, ob ſie eben oder hüge- lich iſt; ob ſie dem erhabenſten Puncte einer Gegend näher oder weit niedriger liegt z; ob vorliegende Gebirgszüge oder Hügel- ketten den Zug des Windes hemmen, kommt bey der Werth- ſchätzung des Bodens ebenfalls in Erwägung.
Bey gleicher Beſchaffenheit der Akerkrume und des Unter- grundes iſt eine ebene Läge der Aerländereyen ſtets der hüge- lichten vorzuziehen. Die Beakerung läßt ſich auf ebenen Flä: <en leichter vollführen, und der Regenfall richtet hier nicht den Schaden an, der bey hügelichter Oberfläche nicht ungewöhnlich iſt; nicht zu gedenken, daß hügelichte Gegenden nothwendig eine mehr wechſelnde A>erkrume haben müſſen. 3
Bildet hügelichtes AFXerland den höchſten Punct einer Ge- gend, ſo iſt es den Stürmen mehr ausgeſett. Es wird dadurch kälter und die Vegetation nimmt im Frühjahr ſpäter ihren An- fang. Auch richten anhaltende Winde nicht unerhebliche Verwü- ſtungen in den erwachſenen Halmfrüchten an, die ſte zerkni>en
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