Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
Seite
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Oekonomie. 4. Abſchn.

(610) deſtü>chen, die in den Mergelfchichten häufig vorkommen, zev- fallen ſchon, wenn ſie einen Winter hindurch an der Luft. gele- gen haben.

Dieſelben Erſcheinungen bemerkt man in der Ackerkrume, wenn fie gemergelt wurde. Statt daß die Winternäſſe Lehm- und Thonboden foſt macht/ ſo erſcheint aller gemergelter Boden un mittelbar nach dem Aufthauen als eine-gährende Maſſe. Es heben ſich einzelne Erdtheile hervor, die Krume iſt voller kleiner Riſſe und Vermehrung der Lockerheit iſt an mehreren Kennzeichen wahrzunehmen.

Es iſt alſo eben ſo wahrſcheinlich, daß der in der Aerkrume enthaltene Kalk die Vegetation unmittelbar befördere, indem er gasförmige Stoffe aus. der Atmoſphäre anzieht und ſie an die Pflanzen zurückgiebt, als daß er zerſezhend und auflöſend auf die humoſen Theile der Akerfrume einwirke. Dieſe leptere Er- xlärungsart der Wirkung des kohlenſauren Kalks iſt die gewöhn- liche. Es laſſen ſich durch dieſelbe aber bey weitem nicht alle Erſcheinungen einſehen, die. durch das Vorhandenſeyn des Kalks in der Ackerkrume bemerkt werden.

Es, iſt noch nicht ausgemacht, bis zu welchem Betrage der Gehalt in kohlenſaurem Kalk in einer AFererde vorhanden ſeyn kann, ohne nachtheilig zu werden, 8 bis 10* Procent werden noch in ſehr fruchtbaren Bodenarten angetroffen. Iſt der Haupt- beſtandtheil Thon, ſo iſt gewiß ein größeres Verhältniß an Kalk erwünſcht, als wenn-der Sand vorherrſcht.

Iſt die Kalkerde: aber in zu überwiegender Menge in einer Ac>erkrume enthalten, ſo wird ſie dadurch unfruchtbar. Der Kalkboden leidet leicht durch Dürre und conſumirt den ihm ge- gebenen Dünger, ſchnell, ſo daß man im gemeinen Leben den Kalkboden hißig nenat.

Die außer dieſen 4 Hauptbeſtandtheilen der Acerkrume noch zn derſelben vorkommenden Theile ſind in der Regel ſo unerheb= lich, daß ſie hier keiner beſondern Erwähnung verdienen.

2) Dex Untergrund oder die zunächſt unter der Aer- xrume liegende Erdſchicht wirkt mächtig darauf ein, eine fehler- hafte Miſchung der Akerkrume für den Zwe> des Acerbauers unſchädlich zu machen. Aber eben ſv leicht wird ein gutes Vers Hältniß der Beſtandtheile in der AFerkrume durd) einen unpaſſen- den Untergrund wieder aufgehoben,

Ein thoniger, die Feuchtigkeit anhaltender Untergrund dient als Waſſerbehälter. Er läßt das aus der Atmoſphäre niederge- ſchlagene Waſſer nicht in die Tiefe verſinken, ſondern hält es der Aerkrume nahe. Bey anhaltender Dürre und warmer Wite teruna ſteigt es in Dunſtgeſtalt empor und wird von den Pflan- zenwurzeln begierig eingeſogen, Ein ſolcher Untergrund verbeſ- ſert aus dieſem Grunde. eine lo&ere Ackerkrume ſehr. Iſt aber die oberſte Erdſchicht, wie der Untergrund, thoniger Art, ſo treten alle die Nachtheile in erhöhetem Maße ein, die vben von ſolcher Bodenmiſchung, wo der Thon vorherrſchend iſt, ange- geben wurden. Boden ſolcher Art leidet ſehr leicht von anhal«= tender Näſſe und läßt ſich ſchwer bearbeiten.]

Dagegen verbeſſert ein durchlaſſender Untergrund eine tho- nige AFerkrume und macht ſie geſchiäter zum Pflanzenbau,