Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen

Oekonomie. 14. Abſchn,

(608)!

. Das Verhältniß, in welchem der Sand mit Thontheileit ge- miſcht ſeyn muß, um als Ackerland noch einen Werth zu haben, begründet ſich vorzüglich auf den Umſtand, ob die Feuchtigkeit fehle oder nicht. Iſt dieſelbe durch den Untergrund und durch die Lage der Oberfläche für die Akerkrume den größten Theil des Sommers hindurch zu erhalten, ſo kann ſelbſt eine Ackerkfrume, die nicht mehr, als 5 Procent Thon enthält, noch einen Werth als Ackerland haben, Fehlt die Feuchtigkeit aber, ſo iſt ein Boden ſchon ſehr unfruchtbar, in welchem 10 Procent'Thon enthalteh ſind.

. Der Humus(Modererde, Dammerde) iſt der Beſtandtheil der Akerkrume, welcher die organiſche Natur mit der anorganmi- ſchen in Verbindung ſett. Er iſt gebildet aus thieriſchen Abfäl- len und verweſeten Pflanzen und Thieren, Obgleich noh nicht erwieſen iſt, daß die Pflanzen ſich gar keine Stoffe aus demt Mineralreiche aneignen z ſo iſt man doch darüber nicht im Streit, daß der Humus beym Aerbau derjenige Beſtatndtheil iſt, wel- c<er eine A>erkrume reich, d. h. fähig zur Hervorbringung eines Üppigen Pflanzenwuchſes macht.

Das Verhältniß, in welchem der-Humus der Aerkrume beygemiſcht ſeyn. muß, üm dieſelbe zur höchſten Erträgsfähigkeit zu erheben, iſt nach dem Verhältniß der übrigen Beſtandtheile und nach Beſchaffenheit des Humus ſelbſt, ſehr verſchieden.

Der Humus wirkt auch mechaniſch und vermehrt die Poroſi-

tät der Akerkrume, Thoniger Boden erfordert deßhalb ein grö- ßeres Verhältniß der humoſen Beſtandtheile, als der ſandige, wenn er zur höchſten Fruchtbarkeit gebracht werden ſoll. Im Sandboden kann em Üeberfluß des Humus daher nächtheilig werden, indem er ſeine urſprüngliche Lockerheit noch vermehrt und den Pflanzenbau-auf demſelben bey anhaltend. trockener Wit- terung mißlicher mächt. Im Thonboden wird der Humus viel: keicht gay nicht in ſolchem Uebermaß angetroffen, daß ſolches nach? theilig wirken könne. Indeſſen iſt keinesweges ſo zu"ſchließen, daß Thonboden, weil er noch einmal ſo viel Humus hat, auch einen doppelten Ertragswerth habe. Unter übrigens andern gün- ſtigen Miſchungsverhältniſſen genügen 3 bis 7 Procent Humus ſchon vollkommen, um einen Aerboden in die vorzüglichſte Claſſe zu ſeven, - Die Beſchaffenheit des Humus ſelbſt, über die eine genaue Zergliederung hier nicht hergehört, iſt ſo verſchieden, daß der Umſtand erklärbar wird, warum oft ein Boden mit geringem Humusgehalt früchtbarer iſt, als ein anderer mit größerem. Es xommt nämlich darauf an/ ob der Humus milder Natur, ver- kohlt, oder ſauer iſt, ob ſeine Theile leicht in Extractivſtoff aufs löSbar, oder mehr faſerig ſind. 200|

Milder, ſäurefreyer Humus iſt die mächtige Trieb- feder des Lebens- Der verkohlt- ſauere und faſerige dagegen wirkt entweder nur mechaniſch als Auflo>erungsmittel wohlthä- tig vder ein Uebermaß davon wird ſogar nachtheilig, Der faſerige, dem Torfe ſich nähernde Humus muß nothwendig von Zeit zu Zeit ganz vom Waſſer überſchwemmt werden, oder eine Acker- krumme, die ihn enthält, muß nur wenig" über dem Niveau des Waſſers ſtehen,wenn ſie nicht durch die Soimmerwitterung in dürren Staub verwandelt werden ſoll, auf dem alle Vegetation aufhört und der dem Eindringen"des Negens gänzlich widerſteht,