Teil eines Werkes 
1 (1831)
Entstehung
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Acerländereyen. (697)

Der Thon wirkt wohlthätig, weiler die Fruchtbarkeit an«

hält und"aus der Atmoſphäre anzieht. Er giebt den Pflanzen- wurzeln einen feſten Stand, befördert die Bildung des Extractiv= ſtoffes aus dem Dünger, verhindert die Verflüchtigung der gasförmigen Stoffe deſſelben und unterhält eine dem Wachs- thum der meiſten Pflanzen zuträgliche Temperatur. Der Thon ay als der wichtigſte Beſtandtheil der Ac>kerkrume angeſehen werden.- Rachtheilig wird der Thon durch ſein Uebermaß, weil ſol: <her Boden ſich weder bey naſſer noch troFener Witterung bear- beiten läßt. Anhaltende Näſſe macht den ſtrenzen Thonboden zu einem Teige, anhaltende Trockenheit zu einer erhärteten, zie: gelähnlichen Maſſe. Bey naßkalter Witterung werden die mei- ſten Pflanzen auf dem Thonboden gelb und krank.

Thon und Sand zu faſt gleichen Theilen in der AFerkrume nennt man Lehm. Dieſe Miſchung iſt die zuträglichſte, indem bey derſelben die Rachtheile der einzelnen Beſtandtheile, des Thones, wie des Sandes, aufgehoben werden.

Der Sand, in gehörigem Verhältniß mit Thon gemiſcht, hebt die Nachtheile auf,, welche ein Uebermaß des Letteren her= vorbringt. Er befördert die Lockerheit der A>ertrume und die Einwirkung der Atmoſphäre auf dieſelbe. Er ſaugt die Feuchtig= keit leicht ein und läßt ſie ſelbſt bey niedriger Temperatur ſchon verdunſten. Naßkaltes Wetter ſchadet daher den Früchten auf allen Bodenarten, wo der Sand vorherrſcht, wenig. Die Be- arbeitung ſolchen Bodens wird weit ſeltener unterbrochen. Ei- nige heitere Tage entfernen die größte Näſſe von demſelben, ſo daß ex für das Zugvieh! zugänglich iſt, Die Dürre kann ihn eben ſv wenig, in einen Zuſtand bringen, der die Bea>erung unmög- lich macht. Dieſe erfordert deßhalb auf allen Bodenarten, wo der Sand vorherrſcht, bey weitem weniger Aufmerkſamkeit und Anſtrengung in einzelnen. Perioden, und iſt auch im Ganzen mitz geringeren Kräften zu vollführen.

Die höhere, gartenmäßige Gartencultur, bey der-ein Theil der angebaueten Früchte während ihres Wachsthums- bearbeitet wird, läßt ſich weit leichter auf allen mehr ſandigen Bodenarten einführen.

Der geringere Zuſammenhang der Beſtandtheile einer Ac>ker- Frume, in welcher der Sand vorherrſchend iſt, und die angeführte Eigenfchaft des letzteren, die überflüſſige Feuchtigkeit leicht ver= dunſten zu laſſen, macht, das die Lufttemperatur ſich der Ackex= Frume leichter ,mittheilt und dieſelbe ſchneller erwärmt. Die Samen keimen hier früher, und die Zerſezvung des Düngers geht roſcher von ſtatten. Die Wirkung des letzteren iſt alſo frü- her ſichtbar, und es läßt ſich ſchon mit einer geringeren Quanti- tät ein günſtiger Erfolg bewirken.

Im Uebermaß wird der Sand nachtheilig, weil eine ſolche AFerkrume zu wenig Zuſammenhang hat, und deßhalb alle Feuch- tigkeit in die Tiefe verſinkt oder.in Dunſtgeſtalt, ſich der At- moſphäre mittheilt." Mangel an der nöthigen Feuchtigkeit iſt es, was den meiſten Sandboden ſo unfruchtbar macht. Kann der- ſelbe auf künſtliche Weiſe beliebig mit Waſſer verſehen werden, ſo iſt er zur Cultur brauchbar,