Oekonomie.>. Abſchn,
(606) dasjenige Capital, welches erforderlich iſt; um ſich in den Beſitz eines ſolchen zu ſeen,
Der Werth des, Ackers iſt für längere Zeit gleichbleibend, in ſofern derſelbe aus den natürlichen Verhältniſſen hervorgeht. Weit veränderlicher iſt ſein Preis. Letzterer regulirt ſich nicht allein nach allen den Umſtänden, die den Werth des Ackers er- höhen vder vermindern, ſondern auch nach den Preiſen der Acker- erzeugniſſe. Fallen dieſe durch beſondere Conjuncturen, ſo fällt der Preis des'Ac>ers mit.
Preis und Werth des Ackers ſtehen zuweilen in gar keiner Verbindung mit einander. Zur Anlage von Gebäuden oder zu anderem Behuf wird oft ein ganz werthloſes Grundſtü> zu ho- hen Preiſen bezahlt, wogegen in uncultivirten Gegenden Grund- ſtücke von hoher Ertragsfähigkeit ſelbſt für die größte Kleinigkeit nicht zu verkaufen ſind.
Bey der Werthſchäzung des Bodens, um ein ganzes Land- gut zu taxiren, thut, man wohl, daß man zuerſt den Ueberſchuß an Naturalien zu ermitteln ſucht, den die Grundſtücke nach Ab- zug der Beſtellungskoſten nach, einem weniäſtens zehnjährigen Durchſchnitt zu tragen vermögen. Dieſe Naturalien werden auf das in jedem Lande gebräuchlichſte Verbrauchskorn reducirt, wel- <es im nördlichen Europa der Roggen, im ſüdlichen der Weizen iſt. Der muthmaßliche Durchſchnittspreis für einen 20jährigen Zeitraum, den dieſes, zum Maßſtab angenommene Korn gilt, be- ſtimmt den Preis der zu einem Gute gehörigen Ackerländereyen.
Der Werth des Ackers hängt zunächſt ab:
14)- Von ſeinen Beſtandtheilen.
Man unterſcheidet zuvörderſt die Oberfläche, welche von den Aerinſtrumenten umgekehrt und berührt wird, oder die Acker- krume von dem Untergrunde, oder derjenigen Erdſchicht, auf der die Ac>erkrume zunächſt ruhet,
Die Akerkrume wird durch mannichfaltige natürliche und künſtliche Einflüſſe in ihrer Urbeſchaffenheit abgeändert. Die Luftausſezung derſelben durch die immer wiederholte Beackerung und den Einfluß der Atmoſphäre, die Düngung, Aufbringung von mancherley Subſtanzen und die Pflanzenwurzeln, von den dieſer Theil. des Ackers durchdrungen wird, machen, daß durch die Länge der Zeit die Ackerkrume eine gänz andere Beſchaſfen- heit, als der Untergrund erhält.
Auf den Letzteren kann der A>kerwirth nur in ſehr ſeltenen Fällen einwirken. In den meiſten Fällen muß man ihn als un- abänderlich anſehen.
Die Aerkrume iſt eine Vermiſchung von Thou, Sand, Kalk und Humus, der ſich noch einige andere mineraliſche Be= ſtandtheile zugeſellen, y
Der Maſſe nach ſind Thon und Sand die bedeutendſten Be- ſtandtheile der Aerkrume. Ganz fehlen ſie nie. Humus wird zuweilen in großem Verhältniſſe angetroffen, zuweilen iſt ſein Daſeyn kaum wahrzunehmen. Kalk“ wird in vielen Gegenden gar nicht in der Aerkrume gefunden.|!
Eine verhältnißmäßige Miſchung dieſer Beſtandtheile der Acerkrume begründet den fruchtbarſten Boden. Ein Ueberfluß des einen oder des andern Beſtandtheils iſt ſelten zuträglich.


