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Bereitung des Hanfs zu Spinnmaterital. 47
(395) noch eine dritte Breche in Anwendung bringen. Das Verfahren bey der Arbeit iſt ſo, wie beym Flachs.
Um die. in dem Hanf ſich befindenden, lo&er anhängenden holzigen.Theile herauszubringen, wodurch das Hechel" erleich= fert wird, folgt das Schwingen, welches eben ſo, wie beym Flachs, und mit denſelben Werkzeugen verrichtet wird. Anſtatt des Schwingens iſt aber ein eiſerner Kamm, der runde, unten etwas ſtumpfe, aber doch ſpibige Zähne hat, vyrzuziehen 3; woe durch nicht nur die holzigen Theile herousgektämmt werden, ſondern auch als Vorarbeit des Hechelns zu Spaltung der vers mittelſt des Leimſtoffes noch zuſammenhängenden Faſern beyge: tragen wird, ohne daß dabey viel Werg abginge.
«Der Hanf wird größtentheils, ſo wie er von der Breche kommt, verkauft, und bey dem groben, ſtarken Hanf iſt es auch am beſten, weit ihn der Seitey ſo am liebſten dauft. Es iſt jes doch rathſam, den zu feiner Arbeit beſtimmten Hanf ſelbſt fer ner zu bereiten, weil ſich die Arbeitskoſten hinlänglich bezahlen.
- Den zu feiner Arbeit beſtimmten Hanf empfiehlt ntän, da die Faſern durch den Leimſioff noch ſeyr zuſammenhängen uvd auh noch viele- bolzige Theite, mit den Faſern zuſammenbäp= gend, zurü& bleiben, noch einmal nach dem Brechen einzuwei- <en, um ſowohl den Leimſtoff auszuläugen, als auch um die vod vorhandenen holzigen Theile zu erweichen. Man thut den Hanf in kleinen lo>exn Gebunden in Gefäße, die mit Waſſer ges füllt ſind, muß jedoch die Vorſicht gebrauchen, daß er nicht zu lange weicht, weil er ſonſt leicht fault.
Für vortheilhafter, als das nochmalige. Weichen, hält man das Reiben des Haufes, wo ihm unter dem Druve von zwey Steinen das Zarte und Sanfte fürs Gefühl gegeben wird, die noch vorhandenen holzigen Theile vollends gelöſt und die Faſern unter einander getrennt werden. Im Elſaß hat man ordentliche Reibemühlen; man kann jedoch auch ohne Mühlen leicht eine beſondere Vorrichtung treffen, wo ein Stein auf dem andern reibt, unter welchen man den Hanf thut. Bey allen dieſen Ar« beiten muß man ganz vor üglich darauf achten, daß ſich der Hanf nicht verwirre, weil uſt bey dem nachfolgenden Hecheln zu viel Abgang entſteht,
Das Hecheln.
Es iſt, ſo wie beym Flachs, auch beym Hanf eine der wich» tigſten Arbeiten, die mit großer Behutſam?keit verrichtet werden muß. Die Zähne der Hecheln trenuven nicht nur vollends die STaſern des Baſtes von einander,(ondern nehmen auch den Leim= ſtoff mit binweg, welc<er fich in Staub verwandelt, wodurch die Faſern um ſo geſchmeidiger werden. Um die Trennung der Faſern nicht zu gewaltſam und auf einmal zu bewerkſtelligen, wodur< viele Faſern zerriſſen würden, ſo iſt es nothwendig, wehrere Hecheln zu haben, wovon die erſte ſo grob ſeyn, das heißt, ſo ſtarke Zinken und dieſelben ſo weitläuftig haben muß, als möglich. 4
Es iſt zu dieſem Behuf die beym. Flachs angeführte grobe Hechel am zwe&mäßigſten, nur daß die Zinken noch etwas dier und länger ſeyn und etwas weiter von einander ſteben müſſen, wogegen aber die Hechel nicht breiter ſeyn darf, damit keine zu
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