Bau der Feldfrüchte.
E04 101.58;
Der Julius iſt in der Regel der heißeſte Monat und gan beſonders der reichſte an Gewittern. Gewöhnlich zeichnen ſi die Tage in der Mitte deſſelben durch ſchwere Gewitter und Has gel aus, die das Getreide zuin Lagern bringen, oder auch die ſämmtlichen Feldfrüchte niederſchlagen. Die Hibe iſt oft ſo durch dringend, und wird ſelbſt durch die Nacht nicht abgekühlt, daß bey außenbleibendem Regen viele Feldfrüchte ausdorren, oder nothreif werden. Oft iſt-aber auch dieſer Monat, beſonders ge- gen das Ende, naß und kalt. Durch den häufigen und ſchnellen Wechſel der. Temperatur, in Folge häufiger Gewitter,'werden nicht nur bey den Pflanzen durch StoXung der Säfte mancher» ley Krankheiten, beſonders Mehl- und Honigthau erzeugt, ſon- dern auch Thiere und Menſchen werden durch häufige Erkältunz- gen von Krankheiten ergriffen. Alles, den Pflanzen ſowohl, als den Thieren und Menſchen ſchädliche Ungeziefer findet ſich haupt- ſächlich in dieſem Monate.;
In der Mitte dieſes Monats, oft aber auch ſchon im An- fange deſſelben, beginnt die Getreideerndte. Den Anfang machen Wintergerſte und Winterroggen. Der Landwirth muß vor begin- nender Erndte alles Erforderliche in den gehörigen Zuſtand ſetzen, beſonders aber darauf bedacht ſeyn, die nöthigen Veranſtaltun» ii zu treffen, daß die, durch die grpßen Anſtrengungen in der Srndte verurſachten Krankheiten, bey Menſchen und bey dem Zugviehe, bald möglichſt gehoben werden. y
Einige Gewächſe werden noch in dieſem Monat geſäet, oder verpflanzt, einige andere bedürfen gerade in dieſem Monat der größten Sorgfalt bey der Pflege.<556
Wir haben demnach in dieſemt Monat derjenigen Feldge- wächſe zu gedenken, deren Saat oder Verpflanzung Statt findet, ſodann das Nöthige über die Behandlung der Zeldgewächſe anzu- führen, und endlich das Erforderliche über die Erndte und Zugu- temachung der Feldgewächſe abzuhandeln.


