Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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2 Bau der Feldfrüchte, 7, Abſ<n. July, (246) c - Hinſichtlich ver Erndte wotten wir in dieſem Monat alles, was auf dieſelbe, und beſonders auf die Getreideerndte, Bezie- hung hat, in einem beſondern Kapitel im Allgemeinen abhan- deln, und werden in der Folge, bey der Erndte der einzelnen Feldgewächſe, mit Hinweiſung auf dieſes Kapitel, nur dasjenige erwähnen- was ganz ſpeciell iſt,;

Siebenter Abſchnitt, Anbau der Feldgewächſe,

Handelsgewächſe; Färbepflanzem Gelbfärbende Pflanzen, Der Wau, Reseda Luteola.

Man, nennt ihn auch Waude, Gilbkraut, Streich- kraut, und rechnet zu derſelben. Gattung auch die wohlriechende NReſede, welche in Gärten und Blumenäſchen gezogen wird und aus. Aegypten ſtammt, Er iſt zeine zweyjährige und einheimiſche Pflanze, die erſt im zweyten Jahre in die Höhe ſchoßt, und ſich häufig auf Feldern, an Gartenmavern, Schutihaufen und auf graſigen Plätzen wild findet. Er wird auch an mehrern Orten als Färbematerial angebaut, indem Wurzeln, Blätter. und Stän- gel eine vorzüglich dauerhafte, gelbe Farbe geben, In England, in den Niederlanden, beſonders aber in Frankreich, iſt er als gelbfärbendes Material ein ſehr lohnender Zweig des Aerbaues, Man kann den Wau. auch zu Grünfutter verwenden; das Vieh muß ſich jedoch an ſeinen Genuß erſt gewöhnen, weil die Pflanze einen ſtarken Geruch und Geſchita& hat,

Wahl des Bodens und des Climas, Zurichtung des Bodens und Düngung.

Im wilden Zuſtande findet man den Wau im mehr lichten, tro&nen, als im naſſen, ſehr bindigen Boden. Auch der cyultiz virte Wau- kommt in'dem»naſſen ſchweren Boden und im feuch- ten Clima nicht ſo gut- fort; als im trocknen und warmen Clima und. in dem leichten ſandigen Lehmboden vder lehmigten Sand- boden. Hat jedoch der Thon- und Lehmboden eine beträchtliche Zumiſchung von Kalk und eine warme Lage, ſo kommt der Wau auch: in dieſem Voden recht gut fort: Der Wau verlangt zwar einen Fräftigen Boden 3 aber die friſche Düngung iſt ihm nicht zuträglich, weil die Pflanzey dann zu Üppig- wachſen und als Färbematerial- einen geringeren Werth haben. In. magerm Boden kommt der Wau nicht gut,fort, weil in ihm die Stangel leicht nicht ſchoſſen. Glaubt man, daß der Boden zu mager ſey, ſo daß die ſich wenig ausbreitenden Spindelwurzeln nicht Nahrung genug concentrirt in der Nähe finden, ſo iſt allerdings eine Ver- mehrung des Bodenreichthums nvthigz; man muß aber dann nur vegetabiliſche Düngungsmittel wählen. Die Düngung mit Mexr- gel, Kalf und Aſche ſoll nach mehrſeitigen Verſicherungen ſehr