Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Anbau der Feldgewächſe. Wau,

(247) weſentlich zur Vermehrung des Färbeſtoffs in den Waupflanzen beytragen. Der Boden muß rein von. Unkraut ſeyn, und ſorg- fältig klar bearbeitet werden, weßhalb eine mehrfurchige Beſtel: lung und die wiederholte Anwendung der Walze, um die Klöße zu zerkleinern, nöthig iſt.

Platz im Feldbau und Fruchtfolge.

Der Wau iſt eine zweyjährige Pflanze, die erſt im zweyten Jahre in die Höbe ſchoßt. Er iſt daber eine Winterfrucht, und da er zeitig, im July bis Ende Auguſt geſäet werden muß, und da er ein beſonderes gut zubereitetes Land-verlangt, ſo iſt ihm die reine Braache ſehr zuträglich, und er kommt dann anſtatt der Winterung ins Winterfeld. Außer dem Lein hat der Wau keine nachtheiligen Vorfrüchte 3; beſonders gut geräth er aber nach Klee,-Rübſamen, Raps und behackten Früchten, nad) welchen letztern jedoch im Frühjahre noch eine Gemengefruücht genommen werden kann, nac) deren Aberndtung nod) die erforderliche Zeit zur Bearbeitung des Bodens verbleibt. Auf die nachfolgenden Früchte wirkt der Wau eben ſo nachtheilig, als der Lein, denn er ſoll nach der allgemeinen Verſicherung den Boden ſehr aus- ſaugen. Es iſt daber in Hinſicht der Fruchtfolge nach dem Wau eben das zu beobachten, was beym Lein darüber geſagt wor- den iſt,

Samen und Saat,

Man wählt zur Saat am liebſten den Samen von der vor- jährigen Erndte, obwohl er ſich mehrere Jahre keimfähig erbält. Da man den Wau Bebufs der Farbengewinnung vor völlig voll- endeter Samenreife erndtet, ſo muß man die nöthige Anzahl der Xräftigſten Pflanzen ſtehen und ihre Samen reif werden laſſen. Da jedoch der Wau Behbufs der Farbengewinnung dicht geſäet wird, damit die Pflanzen nicht zu kräftig und ſtark werden, in- dem ſie dann mehr Farbematerial erhalten, die dicht ſtehenden Pflanzen aber ſchwächlich ſind, und keinen ganz vollkommenen Samen geben, ſo. iſt es zwe>mäßig, die zu Samen beſtimmten Pflanzen beſonders und dünner zu ſäen. Da die Wauſamen ſehr Xlein ſind und mur eine ganz ſchwache Bede>ung mit Erde ver- tragen, ſo muß der Acker vor der Sädat- ſo klar als möglich ge- eggt ſeyn, und nach der Saat darf der Same nur mit einer leichten Harke untergebracht werden, oder der Boden wird mit der Walze überzogen. Obgleich die Ausſaat wegen Kleinheit des Samens nicht allzu ſtark erfolgen darf, ſo muß man doch dahin trachten, daß die Pflanzen einen dichten, geſchloſſenen Stand baben; denn je geſchloſſener die Pflanzen ſtehen, ſo daß ſie nicht ZU ſtark werden, deſto beſſer ſind ſie zur Farbe.- Man kann. da- ber annehmen, daß 10 bis 12 Pfund Samen auf den Magdepur- ger Morgen nothwendig ſind. Um eine gleichförmige Saat zu erhalten, iſt es gerathen, den Samen mit trockner Erde oder Aſche vermiſcht, in die Länge und in die Quere desFeldes. aus- zuſaen. Man ſäet den Wau, wie oben bemerkt worden iſt, im July oder Auguſt,|