Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Bau der Feldfrüchte. 7. Abſchn. July, (248) Gewürzpflanzen,

Der Kümmel, Carum carvi.

Dieſe allgemein bekannte Pflanze, deren Same als Gewürz allgemein beliebt iſt, wird auch gemeiner Kümmel, Feldkümmel, Wieſenkümmel, Karbe genannt.'Der Kümmel iſt eine einhei- miſche zweyjährige Pflanze, die man auf Weiden, Graspläten, Acerrändern, beſonders auf nicht zu feuchten Wieſen, die mehr boch zwiſchen Feldern liegen, bäufig findet. Dieſer wildwachſende Kümmel wird zwar überall, wo ex ſich findet, geſammelt z; allein er iſt weit unvollkommener, als der cultivirte, weniger gewürz= reich, und er wird im Ganzen in ſo geringer Menge gefunden, daß er nur einen ſehr kleinen Theil des Bedarfs befriedigt, Bey dem ſo allgemein verbreiteten Gebrauch des Kümmels und dem daraus entſpringenden ſichern Abſaße deſſelben, iſi der Kümmel- ve Ep ein ſehr empfehlenswerther und einträglicher Gegen=

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Wahl des Bodens und des Climas.

Der Kümmel liebt vorzugsweiſe einen lehmigten reichen Bo- den,.der weder zu ſtreng y noch zu leicht, nicht naß aber doch erforderlich feucht, und rein von Unkraut iſt. In dem ſtrengen bindigen Boden, der zu wenig Lebensthätigkeit bat, bekommen die ſpindelförmigen Witzzeln nicht Nahrung genug, ſie können ſich nicht gehörig ausbreiten und in den Boden eindringen, und die Pflanzen werden klein, und geben wenig und unvollkomm- nen Samen. Jm leichten Boden kommt der Kümmel nur dann gut. fort, wenn derſelbe eine feuchte Unterlage hat, oder wenn das Clima mehr feucht iſt, ſo das es nicht am erforderlichen Niederſchlage der Feuchtigkeit-:aus der Atmoſphäre ermangelt. Niederungen im Felde, die im Winter und im Frühjahre über- ſchwemmt werden, wenn ſie einen mehr leichten Boden haben und nicht verſauert ſind, eignen ſich recht gut zum Kümmelbau z denn der Kümmel leidet von dergleichen Ueberſchwemmungen, ſelbſt wenn ſie auch im Sommer Statt finden und nicht zu anz Haltend ſind, nicht leicht, I< hatte Gelegenheit, mehrere Jahre Hindurch eine Wieſe zu beobachten, auf der ſich viel Kümmel erzeugte, die gewöhnlich iim Winter und im Frühjahre, oft wo- <henlang, nicht ſelten auch im Sommer überſchwemmt wurde. Je anhaltender dieſe Ueberſchwemmungen waren, um ſo mehr Und vollkommnere Kümmelpflanzen. zeigten ſich 3; wogegen ſich deren um ſo weniger fanden, die auch unvollkommner waren, je geringer die Ueberſchwemmungen waren, oder wenn ſie gar nicht Statt fanden. Die geringſte Anzahl von Pflanzen zeigte ſich nach tronen Wintern, wo wenig Schnee und viel offner Froſt war. Eine Zumiſchung von Kalk oder Mergel im Boden iſt für den Kümmelbau ſehr erwünſcht. In dem mehr feuchten Clima ge- rätb der Kümmel ſicherer, und er wird volltommner, als im tronen, in welchem letztern er jedoch gewürzreicher wird.

Düngung und Zubereitung des Bodens. Der Kümmel verlangt zwar ſeiner ſpindelförmigen Wurzel wegen, die die Nahrung nicht weit ſuchen kann, ſondern in der Nähe concentrirt finden muß, einen ſehr kräftigen Boden z doc)