Anbau der Feldgewächſe. Kümmel.
(249) verträgt er die friſche Stallmiſtdüngung nicht gut, er mißräth vielmehr oft gänzlich, und beſonders'dann, wenn man mit nicht völlig zergangenem Miſt gedüngt hat. Man muß daher den Kümmel zur zweyten Tracht nah einer friſchen Düngung bauen, und empfiehlt es ganz beſonders, ihn auf ein ſolches Feld zu bringen, das zu der vorhergegangenen. Frucht ſtark mit Pferde«- oder Schafmiſt gedüngt worden war.- Hält man den Boden nicht kräftig genug, um die Kümmelpflanzen zur Vollkommenheit zu bringen, ſo kann man mit gut gefaultem Compoſt, Teichſchlamm, oder auch) mit gehörig gefaulter und mit Wäſſer verdünnter Jauche düngen. Die Kalk-, Mergel-, beſonders aber die Aſchendüngung, ſind dem Kümmel ſehr zuträglich.
Der Boden muß zum Kümmel mit beſonderer Sorgfalt be: arbeitet werden, und um ihn recht klär zu bekommen, muß man die Egge und Walze wiederholt amvenden. Auf Vertilgung des Unkrauts hat man bey der Bearbeitung des Bodens ganz beſon= ders Rüſicht zu nehmen,
Samen, Saatund Pflanzen des Kümmels.
So wie bey jeder andern Pflanze, muß man auch beym! Küm- mel den vollkommenſten Samen wählen. Man zieht den friſchen Samen dem mehrjährigen, obgleich dieſer die Keimkraft behält, wenn er gut aufbewahrt worden, vor, weil der friſche Same leichter aufgebt, der ältere dagegen lange im Boden liegt, ehe er keimt, und dann von dem ſchon empor gewachſenen Unkraut die jungen Pflanzen ſehr unterdrückt werden. Man kann zwar das Unkraut ausjäten; allein man beſchädigt dadurch die im Aufz geben begriffenen Kümmelpflanzen, während ihnen das Jäten, wenn ſie ſchon heraus ſind, nicht ſchadet.
Man kann den Kümmel breitwürfig und in Reiben ſäen z man kann aber auch die KümmelpflanzenFin beſondern Pflan- zenbeeten erziehen und die Pflanzen. verpflanzen. Der verpflanzte Kümmel giebt einen ungleich böhern Ertrag, ja er wird in Hin- ſicht der Qualität der Samen weit beſſer, als der. gleich ins Feld
eſäete 3; dafür iſt aber das Säen gleich ins Feld mit weniger Ko- en verbunden. Es kommt nun darauf an, ob nach den vrtli- <en Verhältniſſen das vermehrte Arbeitslohn mit dem höhern Ertrage, in einem gerechten Verbältniſſe ſteht, und' ob man zur Verpflanzungszeit genugſame Arbeiter hat.
Bey der breitwürfigen Saat verfährt man ganz ſo, wie beym Rübſamen, Die Saat darf nicht zu dicht gemacht werden, wenn die Pflanzen ſich volkommen ausbilden ſollen, welche zu dieſem Endzwe> 6 Zoll von einander entfernt ſeyn müſſen. Wenn man guten vollſtändigen Samen bat, ſo wird man mit etwas mehr, gls dem doppelten Maaße deſſen, was man auf eine gleiche Fläche an Nübſamen ausſäet, langen. Der Same darf nur flach unter: gebracht werden, und man wählt am liebſten einen Zeitpunct dazu, wo der Boden einen erforderlichen Grad von Feuchtigkeit hat, und auch) die Witterung mehr feucht iſt; indem der Kümmel dann um ſo ſchneller aufgeht. Man kann den Kümmel ſchon im Früh- jahre, wenn keine Fröſte mehr zu befürchten ſind, ſäen, ſpätſtens muß man die Saat im Auguſt einbringen.
Der nachfolgenden Behandlung wegen iſt die Neihenſaat- des Kümmels der breitwürfigen Saat vorzuziehen, indew dadurch nicht


