446 Bau der Feldfrüchte. 42, Abſchn, December,
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Die Mauern ziehen ſich unten ſtark zuſammen, ſo daß die Darre unten auf dem Boden, der zum Feuerheerde dient, beym Eingange nur no< 9 Decimeter mißt. An den entgegenges- ſebten„Seiten meſſen ſie etwa 15 und auf dey beiden langen Seiten 30 Deciweter. Eine ſteile, in der Erde angebrachte Treppe führt zum Eingange. Ueber. dieſe Darre- wird der Hanf, wit dem diern Ende auswärts, aufgeſchichtet, und zwar ſo, daß eine Schicht die andere kreuzt.
Wan thut 7 ſolcher Schichten über einander, die die Höhe von 7 Decimetern haben. Der Haufen wird zuleßt mit einer ros ben Leinewand oder einem ſchles)ten Tuche bede>t. Man uns terhält auf vem Heerde ein mäßiges Feuer und bedient ſich dazu der Abeln, das iſt der Späne, die bey dem Brechen des Hans fes ausfallen. 0 1:
Ein Mann, gewöhnlich der Eigenthümex ſelbſt, ſitt auf der Treppe und unterbäit das Feuer, indem er von Zeit zu Zeit ein paar Hände„voll Achelun in den Ofen wirft. Es erfordert große Behutſamteit, denn wenn die Flamme auflodert, ſo würde ſie den auf der Dovre liegenden Hanf exgreifen. Daher auch jedes- mal, wenn friſch aufgeſchichtet wird, der Hüter eine kleine Leis» tex in den Ofen anlegt und gegen die Dee anſteigt, um die al- lenfalls herabbängenden einzeinen Hanfſtängel oder Fäden, an deren Spiven dos Feuer zünden könnte, wegzuſchaffen. Es läuft eine kleine Siunde vorauf bin, bis eine Hanflage zureichend ges dörrt ift. Atsdann wird ſie abgenommen und durch eine neue erſeßt. Der, Gefahr wegen werden die Hanfdaxren ſtets außer: balb des Dorfes angebracht.
Bey dieſer Art zu dürren iſt ſehr große Vorſicht nötbig, daß der Hanf nicht zu ſtark gedörrt werde, weil er dann nicht nur ſehr ſteif und brüchig wird, ſondern aud) ſein Oel verliert, wos durch ſeine Haltbarkeit ſehr verwindert wird,- Es iſt daher eine minder riskante Art des Dörrens vorzuziehen, und daher das Dörren in der Sonne oder in geheizten Zimmern zu empfehlen. Um in einem ſolchen Darrzimmer, in welchem der Ofen in der Mitte ſtehen muß, der Holzerſparniß wegen, von einer Heizun eine ſo große Quantität darren zu können, als möglich, ſo 9 das Zimmex mit Gerüſten, welche mehrere Horden über einandey baben, auf welche der Hanf gebreitet wird, verſehen ſeyn,
Das: Brechen des gedarrten Hanfes erfolgt am beſten, wenn der Hanf noch vorher auf der Pochmühle erweicht worden iſt, Es geſchieht auf der gewöhnlichen holländiſchen Breche, welche ſo, wie“ die zum-Flachs iſt.|
Damit die Brecharbeit für den Hanf nicht zu angreifend ges ſchieht, ſo muß man mehrere Brechen haben, von denen die erſte nur eine ſcharfe Kante und eine etwas ſcharfkantige Fuge hat. Die Fuge muß, da der Hanf einen di>en Stängel hat, der auch nicht ſo leicht bricht, breiter, als bey der Flachsbreche, und die einfallende Kante bedeutend kleiner ſeyn, als die Fuge, weil ſouſt eine ſchr große Kraft dazu erforderlich wäre, die über die Breche gehaltenen Stängel zu brechen, wenn der Naum der Fuge eng. wäre, und die Kante knapp hineinpaßte z wodurch auch der Hanf. ſehr leiden würde. Nach der erſten Breche kommt eine zweykantige, die engere Fugen u*d ſtumpfere Kanten hat, welche leptern auch enger in die Fugen hineinpaſſen, Man kann auh
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