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Beteitung des Hanfs zu Spinnmaterial, 445
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gent hinlänglich geröſtet. Dieſe Art der Nöſtung iſt heſonders u empfehlen, wenn es mit der Thaurdſte, wegen zu trockner Witterung nicht gehen will, wo man, bey Ermängelung. des 103 fl den Hanf au< des Abends mit Waſſer ühergießen ann. i
Die Waſſerröſte liefert weißen Hanf, der ſtärker, die Thaus rüſte dagegen grauen, der feiner iſt, und ungeachtet ſeiner grauen Farbe, bey dem Bleichen weißer wird. Als ein Zeichen, daß
- die Thauröſte gehörig vollbracht ſey, nimmt man an, wenn das
Bäſt eine egale, nicht fle&ige, ſilbergraue Farbe hat. Der graue Hanf iſt zur Seilerarbeit nicht tauglich und dient bloß zur Fer=- gung von Leinwand. Der gahr geröſtete Hanf wird gehörig getro&net, von allem Staube, ſo wie der Flachs, gereinigt und an tronen Orten bis zur Verarbeitung! aufbewahrt.
Behandlung des geröfßieten Hanfes bis zum Hea2 <eln.
Der Hanf wird, wenn er nach dem Röſten gehörig getro>- net worden, eben ſo, wie der Fiachs, gepoc<tz; und da der Hanf ſtärker iſt, als der Flachs, ſv iſt es gut, wenn die Klöper iw der VYochmühle noch ſchwerer ſind, als zu dieſem.
Die Abſonderung des Baſtes vom Stängel geſchieht in mans den Gegenden dur< das Schälen, welches darin beſteht, daß der untere Theil des Stängels gebrochen und-das Baſt abgez= ſtreift wird. Die Arbeit iſt ſehr leicht und kann ſogar durch Kinder und alte, zu jeder andern Arbeit unvermögende-Leute verrichtet werden," In den Gegenden, wo dieß gebräuchlich iſt, wird die Arbeit in den Winterabenden und zu ſolchen Zeiten vers richtet, wo die Arbeiter, des ſchlechten Wetters wegen, keine Verrichtungen auf dem Felde vornehmen können. Es finden'je2 doch. bey dieſem Verfahren die Nachtheile Statt, daß- ſich das Baſt nicht immer in gleicher Länge abſchält, und dadurch bey der nachfolgenden Bearbeitung viel Verluſt durch die kurzen Fa« ſern entſteht 3; daß ſich der bänderweiſe getrennte Hanf nicht gat bechelt, und daß mancherley Höutc<en zurückbleiben, die zu ſehr ins Gewicht fallen, und daher von den Käufern an ſolchem Hanfe viele Ausſtellungen gemacht werden. Man zieht daher allgemein den gebrechten vor,
Wird der Hanf gebrecht, ſo muß man ihn, da' er noh ſehr zähe iſt, dörren, um durch die Breche von ſeinen holzigen Thei» len gereinigt werden zu können. Man hat hierzu beſondere Dars ren, wenn man viel Hanf baut, oder es geſchiebt in Backöfen. Sh werz beſchreibt eine ſolche Darre und das Verfahren in ſeiner Beſchreibung der Lanvwirtbſchaft im Nieders elſaß Seite 394 folgendermaßen: Sie iſt in der Erde aufges führt und ragt einen Fuß darüber hinweg, bildet ein längliches Viereck, beſteht aber nur aus 3 Mauern, Die vierte an einer der ſchmalen Seiten fehlt und bildet eine Oeffnung zum Cins
ange. p"Von oben iſt die Darre offen und mit einigen ſtarten Stan» gen, über welche ſich dünnere kreuzen, belegt; dieſes bildet eine Art von Roſt, worauf der Hanf zu liegen kommt. Die ganze innere Höhe beträgt 26, ihre Länge 40 und ihre Breite 30 Des eimetey(1 Decimeter etwas über x rheinläudiſchen Fuß).
nN 2 ANDE FERIEN EH:


