Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
444
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444 Bau der Feldfrüchte, 42, Abſchn. December,

(392)

bung der Landwirthſchaft im Niederelſaß, Seite 391 ſagt, daß die grünen Hanfſtängel erſt dann zur Röſte ge: bracht werden, wenn ſie gehörig getrocknet ſind,

Da es, ſo wie beym Flachs, auch beym Hanf der Zweck des NRöſtens iſt, durch die Einwirkung von Waſſer, Luft, Thau, Ne- gen und Sonnenſchein die äußere Rinde und die innern holzia gen Theile mürbe und leicht zerbrechbar zu machen und den 32 ben PflanzenleimſtofF, welcher die Faſern des Baſtes unter einander ſeibſt und mit der Rinde und den innern holzigen Theilen, gleich einem Firniß, mit welchem der ganze Stängel durchzogen iſt, verbindet, aufzulöſen und zu entfernen, ſo iſt es, um dieſen Zwe> um ſo beſſer zu erreichen und jene Einwirkun- gen zu vermehren, ſebr angemeſſen, den Hanf, bevor er zur Röſte gebracht wird, von den Wurzeln zu trennen. Dieſe Trennung von den Wurzeln gewährt auch bey der nachfolgenden Bearbei: tung viele Vortheile. Es geſchieht entweder dadurch, das man die Wurzeln auf einer Siedelade abſchneidet, oder mit einem Beil abhaut, oder indem man den Hanf zwiſchen zwey Breter

klemmt und die Wurzeln mit einer alten Senſe, welche an eis A

nem Stiel befeſtigt iſt, abmäht.

Die Art des Röſtens iſt dreyerley: die Thau-, die Waſſer: und die Schneeröſte, welche letztere jedoch, wo der Flachs im Herbſt ausgebreitet wird, und den Winter hindurc) unterm Schnee bleibt, keine Anwendung verdient. Die Behandlung des Hanfes bey der Thau- und Waſrerröſte iſt ſo, wie die des Flachſes, und es gilt hier alles, was davon dor: geſagt worden iſt, Gewöohns lich muß der Hanf länger röſten, als der Flachs, wiewohl er in manchen Jahren, beſonders in denen, die mehr feucht waren, keine längere Zeit erfordert, Der wännliche gefimmelie Hanf bedarf kürs= zere Zeit zur Vollendung der Röſte, als der weibliche, der reif gez worden iſt, und man muß es daher vermeiden, beide Sorten zu vermengen, Gewöhnlich nimmt man die Röſie des männlichen Hanfes noch im laufenden Jahre vor, währendman die des weib2 lichen, weil er ſpöter geerndtet wird, wegen der unſichern Herbſt: witterung, bis aufs kommende Tahr verſchiebt. Die Bvyllendung der Nöſte des Hanfes erfährt man, ſo wie beym Lein, durch ſorgfältige Proben, und wenn ſich die Blätter des Haufes, ſo wie man ihn durch die Hand ziebt/ohne Schwierigkeit trennen, die Faſern der Länge des ganzen Stängels nach ſich abſchälen laſſen, und die holzigen Theile leicht zerbrechbar ſind, ſo iſt die Nöſte vollendet,"EU

Noch muß hier einer Röſtungsart erwähnt werden, die in einigen Gegenden Statt findet. Man bindet den Hanf in kleine Büſchel zuſammen und ſchneidet das unterſte Ende von denſel- Hen 7 bis 8 Zoll über den Wurzeln und oben alles Aeſtige ab. Dieſe Büſchel Hanf legt man nun in den Abendſtunden auf eine abgemähte Wieſe. Den folgenden Tag nimmt man ſie vor Son- nenaufgang wieder auf, trägt ſie zuſammen auf einen Haufen und bede&>t dieſen entweder mit naſſem Stroh, oder mit blätter» xeichen Baumäſten. Den Tag über gähet nun der von dem Thau durchweichte Hanf nach und nach, die klebrigen Theile des Saf» tes werden aufgelöſt und die Fäulung derſelben geſchieht unbe- merkt bis in das innerſte Gewebe, Dieſes Verfahren erneuert manu täglich und bey warmer Witterung iſt der Hanf in 8 Tas»

...rei zl 7000 II

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