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Bereitung des Haufes zu Spinnmatertal. 443 (391)
Neuere fortgeſeßte Verſuche über Flachsbereitung kaben uns dargethan, daß der bauptſächlichſte Fehler bey der F/achsberei- tung darin beſteht, daß der Flachs bey allen Operationen der Bearbeitung mit der Hand gehalten wird, wodur< hauptſächlich die große Menge Werg entſteht, die abgebt. Wir wollen daber her nur die Andeutung geben, daß eine vollkommene Flachsberei- tungsmaſchine in der Art conſiruirt ſeyn muß, daß alle Oyera2 tionen der Bereitung erfolgen müſſen, ohne daß der Flachs mit der Hand gehalten wird, und daß ihn dieſelbe Maſchine, um Menſchen zu erſparen, durch einen Umgang des Flaches bricht, ſchwingt, bürſtet und hechelt 3; dabey aber verhältnißmäßig be- trächtlich mehr leiſtet, als mit den Handwerkzeugen geleiſtet werden kann, und ein beſſexes Product liefert,
Obgleich die Ausführung einer ſolchen Maſchine mit vielen Schwierigkeiten verbunden iſt, ſo hoffen wir doch, in der Folze eine ſolche Maſchine mittheilen zu können, wozu wir nach vor- läufig gemachten Verſuchen die beſte Hoffnung haben,
Zubereitung des Hanfes,
Die Zubereitung des Hanfes zu ſpinnbaren Material hat viel Aehnlichkeit mit der des Flachſes? Das erſte Geſchäft iſt: Die Röſte.
So wie beym Flachs, iſt auch beym Hanf das Röſten eine ſehr wichtige Arbeit, wobey alle Aufmerkſamkeit erforderlich iſt. Sehr Viele halten dafür, daß es nothwendig ſey, die Blätter vom"Hanf zu trennen, weil ſie leicht in'Fäulniß übergehen und den Houf anſte>en können. Obgleich dieſe Vorſicht nicht ganz ungegründet iſt, ſo ſchaden doch die Blätter im Ganzen nicht, wenn man nur den Zeitpunct der vollendeten Nöſtung wahr- nimmt, wie dieß viele Gegenden, au das Eiſaß, darthun, wo viel Hanf mit den Blättern geröſtet wird, Wenn der weibliche Hanf gerüffelt wird, ſo geben die Blätter hierbey mit ab; und beym männlichen ſind die Blätter und Biüiiben ebenfalls entwe- ver durch die Nüfſeln abzubringen, oder vermittelſt eines Kam- mes abzukämmen, oder man ſtreicht auch mit dem Hanf an ei- nen Baum oder ein Bret und ſchlägt ſie ſo herunter.
Der zur Röſte beſtimmte Hanf muß gehörig tro>en ſeyn; obwohl Einige behaupten, es wäre nicht nothwendig, und man könnte den männlichen Hanf alsbald in die Nöſte bringenz aber es findet beym Hanf noc< mehr Urſache Statt, als beym Lein, ihn ſo troFXen als möglich zu röſten. Die in dem Hanfſiängel befindliche rohe, klebrige Feuchtigkeit iſt noch äßender, als die des Leins(wie dieß der ſtärkere Seruch des Hanfes ,. und daß das Waſſer, in welchem Hanf geröſtet wird, noch ſchädliz cher iſt, als das, worin der Flachs liegt, darthut), und verurz ſacht während der Gährung des Röſtens eine um ſo äßendere Schärfe, welche die Faſern des Baſtes mürbe macht, Durch ein gehöriges Austro&nen wird. aber die rohe klebrige Feuchtigkeit unſchädlich. Beſonders ſpricht dafür das Verfahren in"den Hanfländern, wo man allgemein. behauptet, daß der tro&en zur Nöſte gebrachte Hanf ein dauerhafteres Baſt giebt, als der nicht erforderlich getrocknete; und S.<h werz in ſeiner Beſchrei-


