Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Vegetation der Feldgewächſe, Lein,

l(269) keine Beete zum Flachs) 2 bis 3 Ellen weit von einander, in den Erdboden feſt eingeſte>t; auf dieſe werden die Belegſtangen nach der Länge und Breite dergeſtalt gelegt, daß dadurch ein Ge- rüſte gebildet wird, worauf das Belegreiſig gelegt werden kann. Das Auflegen der Belegreiſer geſchieht ebenfalls nach der Länge und Breite, wobey aber genau darauf zu achten, daß das Be= legreiſig eine ununterbrochene netzartige Bede>ung bilde, und keine Zweige oder Gipfel unterhalb des Gerüſtes gegen den dar- Unter wachſenden Flachs gekehrt werden, weil dadurch der Flachs am geraden Emporſchießen gehindert und Knie zu bilden gez zwungen würde.)

Die vollendete Beſtängelung bildet eine netzartige De&e über das ganze Flachsfeld, durch welche die zarten Flachspflanzen bhin- durch wachſen, und in einer Höhe von 12 bis 16 Zoll über der Erde eine Unterſtüzung erbalten; und indem dadurch da3 Nie- derfallen der zarten Pflanzen bey Regen und Wind gebindert wird, ſo wird zugleich ein freyer Luftzug am untern Theile un= terhalten und die Verderbniß auch ſelbſt in dem Falle abgewen= det, wenn der Flachs wegen ſeiner zarten und langen Halme ſich auf die Reiſigde>e gelagert baben ſollte.

Obwohl es auch nicht obne Vortheil ſeyn mag das Flachs= feld in Beete abzutheilen,«und jedes Bcet einzeln zu beſtän= geln, ſo ſcheint es doch rathſam, eine gewiſſe Fläche im Ganzen zu beſtängeln, weil eine größere mit Flachs durchwachſene De>e dem Abwerfen durch Sturmwinde weniger ausgeſetzt iſt, als mehr kleinere, oder durch leere Furchen unterbrochene. Man wählt auc deßhalb die geſchloſſene Fläche, weil der an den Rändern der Luft mehr ausgeſetztFlachs ſtarkbalmiger und grob- faſeriger wird, und von dem andernin der Mitte ſtehenden ab- geſondert werden muß.

IT) babe dieſe Beſtängelungsart einmal, bey einer Ausſaat von 4 Berliner Scheffel auf den Magdeburger Morgen vorge= nommen, und der Flachs wurde ſehr ſchön; aber ich bin nicht vermögend, eine Berechnung des Koſtenbetrags dieſer Verrichtung auf eine beſtimmte Fläche anzugeben, weil der Verſuch zu ſehr im Kleinen gemacht wurde. Auch vermag ich nicht zu beſtimmen, ob ſich dieſe Verrichtung durch die gewonnene Qualität des Flachſes verhältnißmäßig bezahlt gemacht, da ich den Werth des gewonnenen Flachſes in Vergleich zu anderm nicht zu ermitteln im Stande war.

Um das Lagern des nicht zum" Ländern geſäeten Flachſes zu verhindern, veranſtaltete ich Folgendes: I< wählte von Reiſig= bolze, ehe es kurz geha>t wurde, die ſtärkern, kürzern, und wenig geraden Stücke zu Pfählen, welche 13 Elle gemacht wurz den.= Alles Uebrige, was gleich war, und als Stange dienen konnte, wenn es auch am dünnen Ende nur etwas über einen halben Zoll ſtärk war, wurde beſonders auszeſucht. Es wurde hierzu das Weidenholz und Haſelnußholz hauptſachlich gewählt, weil dieſes am gleichmäßigſten, dünnſten und längſten wächſt. Die Pfähle wurden, nachdem ſie etwas zugeſpißt waren, noch ebe der Flachs blühte, nachdem vorher mit einem beſon- dern unten ſpitzen Pfahl von bartem Holze ein Loch gemacht war, in den Boden geſteckt, dieſer um denſelben mit dem Fuße feſtgetreten, und der Pfahl ſelbſt noch mit einigen Schlä-

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