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Bau der Feldfrüchte, 7. Abſhn. July, (268) aber gutes Baſt gewinnen und lohnenden Ertrag vom Leinbau Haben will, der wird ſeine Leinſaat nicht in mageres Land brin- gen, und ſie nicht dünn machen; er wird aber auch kein Mittel unverſucht laſſen dürfen, ſelbſt wenn es mit einigen Koſten ver- bunden iſt, den gut ſtehenden Flachs vor Schaden zu bewahreu, denn die Koſten werden dann durch den reichlichen Ertrag hin- länglich gede>t. Wer aber von der Leincultur keinen großen Er- trag erwartet, und den Lein in mageres Land dünn ſäet, der wird ſich allerdings nicht geneigt fühlen, etwas weiteres für den Lein zu thun, um ſich einen höhern Ertrag zu ſichern, was nur in wenigen Jahren nöthig ſeyn, und die vermehrten Koſten nur ſelten dürch einen höhern Ertrag de>en würde; er wird vielmehr ſeine Saat ganz unbekümmert den einwirkenden Verhältniſſen Überlaſſen und von dem'Ungefähr ſein Ziel erwarten, Die Lein- ſaat unter übrigens günſtigen Verhältniſſen, um das Lagern zu verhüten, dünn zu machen, wäre nichts anders, als ſeinen Vor- theil zu verkennen. Das Ländern des Flachſes vermehrt zwar allerdings die Arbeit und. die Koſten der Flachsculturz allein man ſtellt ſich die Sache gewöhnlich viel ſchwieriger und koſtſpieliger vor, als ſie iſt. Der im Uebertretungsfalle entſtehende Schaden, bey einem gut ſtehenden Fiachſe, iſt viel größer, als die Koſten dieſer Verrichtung betragen. Das„dazu benöthigte Holz wird nur von dem Brennholzhaufen entlehnt, wohin es, nachdem es die beabſichtigten Dienſte geleiſtet hat, wieder zurücktehrt und pe durch den Gebrauch nur etwas verſchlechtertes Brenn- olz wird.
3 Das Ländern, nach Niederländer Art, geſchieht folgender: maßen. Es wird vorgenommenz wenn der Flachs zu einer Höhe von 6 bis 8 Zoll erwachſen iſt. Um das Ländern zwe>mäßig und insbeſondere zu gehöriger Zeit vornehmen zu können, muß bereits im vorhergehenden Winter das erforderliche Holz, Gabelſtöke,- Belegſtangen und Belegreiſig beſorgt und gehörig vorbereitet wer- den. Birkenholz im mittlern Wachsthum, oder auch anderes Laubholz, iſt am brauchbarſten z es muß jedoch vor dem Ausbrüch der Blätter abgehauen werden 3; und wenn dieſer Zeitpunct ver- ſäumt worden wäre, ſo müſſen alle Blätter ſorgfältig abgeſtreift werden, weil dieſelben Fäulniß verurſachen würden. Die Ga- velſtöe unter der Gabel, 18 bis 20 Zoll lang, werden am. un- tern Ende ſpitig zugehauen, damit ſie in die loFere Erde 8 Zoll tief und gebörig feſt eingeſteXt werden können; ſie werden in ei- ner Dide von 2 bis 3 Zoll aus den dien Aeſten und Gipfeln des Beſtängelungsholzes ausgebauen. Die Belegſtangen werden wenigſtens 3 Ellen lang und 2 bis 3 Zoll di> aus den Stäm:- men des Beſtängelungsholzes ausgehauen, müſſen jedoch, wenn in Ermangelung von Laubholz, dazu Nadelholz verwendet wer- den muß, vor dem Gebrauch abgeſchält werden. Das Belegrei- ſig, wozu die dünnen Aeſte und Zweige verwendet werden, muß nach dem Aughauen eine Zeitlang auf Haufen gelegt, und durch Auflagen von Vretern und Steinen dicht zuſammen gepreßt werz- den, damit alle Zweige eine flache Lage annehmen und dadurch um ſo mehr zur Bildung einer neßartigen De>e über dem Flachs- Felde geſchi>t werden. Das Verfahren beym Beſtängeln iſt fol- gendes: Die Gabelſtöcke werden. in gerader Linie nach der- Länge und Breite des Flachsfeldes(man macht in den Niederlanden


