Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Vegetation der Feldgewächſe." Lein,

(267) gel. Die Nichtigkeit dieſer Gründe ſpringt von ſelbſt in die Au- en, weiin man bedenkt, daß viele Pflanzen durchdieſes Ver- abren gänzlich zerſtört werven, und die gekni>ten, die, wirklich einen Knoten bilden, in ibrem Wachsthume ſehr aufgehalten werden, Das Andrücen des Bodens erreicht man zwec>mäßiger durchs Walzen, und dünne lange Stängel erreicht man ſicherer durch eine dichte Saat im kräftigen Boden. Einzelne dünne und lange Stängel zwiſchen kurzen und dien verbeſſern den Flachs nicht, es erfolgt vielmehr dadurch eine Ungleichheit in der- ſtung und Bearbeitung. In den Niederlanden, wo man auf die Flachscultur ſehr große Aufmerkſamkeit verwendet, iſt man gegen jedes Vertreten ſo ſehr eingenommen, daß man das Jäten ſogar

auf Bänken, auf welchen die Arbeiter liegen, verrichten läßt. Wenn ſich das Unkraut in beträchtlicher Menge zeigt, ſo ha- ben 10 Perſonen einen ganzen Tag vollkommen zu thun, um et- nen Magdeburger Morgen zu 180 OQO. Ruthen Rheiniſch zu jäten. Ich weiß mich zu"erinnern, daß dieſe Perſonen das Jäten eines Morgens in einem Tage noch nicht gezwungen haben. Wenn das zweytdmal das Jäten nöthig iſt, ſo iſt die Hälfte obiger? Perſonen für den Morgen nöthig. Aus der beträchtlichen Aus= lage, die dieſe Arbeit verurſacht, möge man die Notbwendigkeity

erſehen, den Lein in von Unkraut reines Land zu bringen.

Die das fernere Wachsthum des Leins begünſtigende Witte» xung muß mäßig warm und feucht ſeyn. Cs iſt für den Lein; günſtig, wenn die Einwirkung der Sonne durc) öfiere Wolken» Üüge gemindert wird. Man nimmt gewöhnlich an, daß'wenn ie Witterung vorher mehr kühl geweſen, der Flachs bis zum Eintritt der Blütbhe die Hälfte ſeiner Höhe erreicht habe; und oft: findet dieſes Statt, wiewohl er noh öfter die Hälfte ſeines Wachs-1 tbums vollendet bat. Nach der Blüthe iſt mehr tro&ne und warme: Witterung zu-wünſchen, damit ſich der Flachs nicht lagere, weil: die nunmehr angeſetzten Samenknoten bey Statt findender Feuch-- tigkeit, die ſie leicht einſaugen, durch ihre Schwere den Flachs: niederzieben und deſſen Lagerung verurſachen. Man überläßt nach dem Jäten gewöhnlich den Flachs ſeinem Wachstbume, ohne weiter etwas für ihn zu thun 3; aber er leidet in kräftigem Boden, wo. er hoch, üppig und dünnhalmig wächſt, noch ſehr oft dadurch Schaden, daß er durch Stürme und Platzregen niedergedrückt wird, oder ſich auch vermöge ſeines zu üppigen Wuchſes, wenn er dicht eſäet worden, und dünnhalmig aufgewachſen iſt, ohne große Zeranlaſſung leicht lagert. Der Flachs liegt dann über einander

und verfault, weil die untern Lagen' nicht abtrocknen können.

Das Stängeln oder Ländern des Flachſes.

Um dem Schaden vorzubeugen, der durch das Lagern ent- ſtebt, iſt es zu empfeblen, den Flächs zu ſtängeln oder zu län- dern, wodurch man ihm eine Unterſtüßung giebt, durch welche das Lagern gehindert wird. Viele halten dieß zwar nur für eine Überflüſſige Spielerey, weil ſich der Flachs nicht alle Jahre lagere, und dem. Lagern durch eine dünne-Saat vorgebeugt werden könne, auch dadurch die Koſten der Flachscultur nur unnöthiger Weiſe vermehrt würden; allein dieſe Meinung iſt völlig ungegründet und berubt bloß auf Vorurtbeilen und Gleichgültigkeit. Der in magern Boden dünn geſäete Lein lagert freilich nicht leicht 3 wer

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