Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
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Bau der Feldfrüchte, 7. Abſchn, July,

(266) Die hauptſächlichſte Arbeit während der"Vegetation iſt das Fäten. Es muß dieſes ſogleich vorgenommen werden, als ſich Das Unkraut auszubreiten anfängt, und' die Leinpflanzen no< Xurz. ſind. In einem verunkräuteten Boden muß es mehrmals wiederholt werden. Das erſte Jäten erfolgt, wenn die Leinpflan2 a eine Höhe von 2 bis 4 Zoll erreicht haben, TJſt der Lein zu ieſer Höbe dicht geſchloſſen emporgewachſen, das Unkraut iſt nod) ganz klein, und der Boden ſonſt nicht verunkrautet, ſo kann man das Jäten auch unterlaſſen, weil der Lein dann einen zu großen Vorſprung hat und das Unkraut unterdrückt, Starkhal- mige, den' Lein überwachſende Unkräuter müſſen aber ſorgfältig ausgezogen werden. Die hauyptſächlichſten Unkräuter, welche den Flachs ſehr beeinträchtigen, ſind Leindotter, das Klebkraut oder Klebrig, der-Hedrich, die gelbe Wucherblume und die Flachsſeide, deren letzterer wir bereits bey den Wien im 4. Bande der Encyklopädie S. 279 Erwähnung gethan haben.

Beym Jäten hat man Folgendes*-zu beobachten, Bey naſſer Witterung darf man es nicht unternehmen, und iſt es ſehr trocken und man iſt zum Jäten genvthigt, ſo müſſen die Jäter dort, wo ſie Unkraut heraus reißen, die Erde etwas mit der Hand andrücken, damit die durch das Ausziehen des Unkrauts entblößt werdenden Wurzeln des Leins nicht von der Sonne leiden. Um das Ver» treten und Beſchädigen der Leinpflanzen zu verhindern, muß man es zu verhüten ſuchen, daß ſich die Arbeiter nicht auflegen, ſon2 dern die Arbeit ſtehend verrichten, und dabey entweder barfuß oder in Strümpfen ſind. Die Arbeiter haben ihren Stand zwi- ſchen. den Beetfurchen. Bey der Anſtellung der Arbeiter batman darauf zu ſehen, daß ſie gleichmäßig erfolgt, und daß gleichmäz- ßig fortgejätet wird, damit keine ungejäteten Lücken verbleiben. Man muß das Jäten immer gegen den Wind verrichten laſſen, damit ſich die umgebogenen Pflanzen um ſo leichter wieder auf- richten. Das Unkraut muß dicht am Boden ergrifſen und voll» Xommen- ausgeriſſen werden, weil es, beſonders wenn es ſehr zung iſt, leicht abreißt, und wieder ausſchlägt, wodurch das SEN ten vergeblich gemacht wird, und wiederholt werden muß. Zeigt ſich nach dem erſten Jäten noch viel Unkraut, ſo muß es wieder- 6 werden, und ſelbſt dann noch, wenn der Lein ſchon mehr erangewachſen iſt, und derſelve/dadurch etwas beſchädigt werden ſollte, weil die Unkroutſtängel nicht nur viel Flachs verdrängen, ſondern denſelben auch verunreinigen, wenn ſie gerbeartige oder färbende Stoffe enthalten, den Flachs beym Röſten verderben, die nachherige Bearbeitung des Flachſes erſchweren, und viel Abgang dabey verurſachen. Die Jaterinnen müſſen mit Gragstü2 <ern verſehen ſeyn, welche ſie über den Rücken haben, in welche ſe das Unkraut bineiwſte>&en, und ſich deſſelben an den Rändern

er Beete entledigen, wenn ſie eine volle Bürde haben.

In manchen Gegenden hält man es für vortheilhaft, wenn die Ärbeiter beym- Jäten liegen und auf den Boden fortrutſchen, und wie man ſich Daſelbſt ausdrüct, den Flachs biegeln. Man führt als Grund dafür an, daß es dem Flachs ſebr dienlich ſey, wenn der gelo>ert geweſene Boden dadurch angedrü>t würde, und"daß die niedergedrüäten und gebrochenen Pflänzehen am Bruch einen Knoten bildeten, und dann einen längern und ſtärz kern Stängel trieben, der feineres Baſt gebe/ als andere Stän-