Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
21
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Vegetation der Feldgewächſe, Lein,

(26535) und der Boden ſich feſt geſchloſſen hat, iſt das Jäten des Un- krautes und das Lo>ern des Bodens ſehr nöthig. Um den Knol- lenertrag zu vermehren, empfiehlt man auch das Behäufeln. Nach Übereinſtimmenden Nachrichten geben die behäufelten Pflanzen einen größern Knollenertrag z dagegen die nicht behäufelten, ſon- dern bloß geloFerten, oder auch nicht geloFerten um ſo ſtärker im Stängel wachſen. Je nachdem man nun mehr den Ertrag des Krautes oder den der Knollen beabſichtigt, kann man ent- weder das bloße LoXern oder das Bebäufeln wählen. Das Auf- lo>ern geſchieht gewöhnlich mit der Handhae, zum Behäufeln kann man den Schaufelpflug anwenden. Dabey werden die zu dicht ſtebenden Pflanzen gelichtet, und die leer gebliebenen Stel- len bepflanzt. Dieſe verpflanzten Pflanzen bleiben aber gegen die andern ſehr merklich zurü&, Sind die Pflanzen mebr herange: wachſen, ſo unterdril>en ſie das Unkraut und bedürfen weiter keine Pflege mehr. Nach den angeſtellten Beobachtungen über dieſes Gewächs im verwilderten Zuſtande, verlangt es zu ſeinem Gedeihen mehr warme und nur mäßig feuchte Witterung. Jn naſſen und in kalten Jahren ſeen weniger Knollen an, und ſo- wohl dieſe, als die Stängel bleiben klein. Beſondern Nachthei: len ſcheint dieſes Gewächs nicht unterworfen zu ſeyn,

H'amd.e 4 5 376 Wa: 0.

Gewebepflanzen. Der Lein. Vegetation und Behandlung während der Vege- tation bis zur Erndte, .Bey warmer und feuchter Witterung keimt das Leinkorn ſchon in 24 Stunden und geht nach 5 oder 6 Tagen auf. Bey troc>- ner Witterung geht der Same oft erſt in 14 Tagen auf. Fin- det man nach dem Verlauf dieſer Zeit, daß gar nichts emporge- keimt iſt, ſo ſicht es um die Leinſaat mißlich aus, und liegt die Urſache davon nicht darin, daß der Boden auf der Oberfläche zu einer Kruſte erhärtet iſt, durch die der Keim nicht durchzu- brechen vermag, ſo hat der Same Schuld, und es bleibt dann nichts übrig, als eine neue Saat zu machen. Man bricht die Kruſte entweder mit einer ſpitigen Handha>e oder durch das Eg- genz am beſten iſt aber die Anwendung einer mäßig ſchweren, dicht mit Stacheln beſetzten Walze, weil durch die Anwendung derſelbey dem gefeimten Leinkorn der wenigſte Schaden zugefügt wird, Während der erſten Vegetation verlangt der Lein zu ſei- nem Gerathen eine mehr feuchte und mäßig warme Witterung. Die Pflanzen treiben dann ſtark und mächtig empor, beſchatten den Boden und unterdrücken das Unkraut. Iſt dagegen die Wit- terung ſehr warm und feucht, ſo überwächſt ſich der Lein im Anfange, und treibt nur ſchwächliche kurze Pflanzen. Iſt aber die Witterung ſehr tro>en, ſo bleibt die Leinſaat ſehr zurück, und hat ſelbſt beynachfolgender günſtiger Witterung lange zu thun, ebe ſie ſich erholt. Sehr gefährlich ſind die Erdflöhe der jungen Saat, und man muß dann, wenn ſie ſich zeigen, mit der Ueberſtreuung mit Gyps, Aſche oder Taubenmiſt nicht zögern.

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