Teil eines Werkes 
2 (1831)
Entstehung
Seite
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Bau der Feldfrüchte. 7. Abſchn, Zuly. (264)

einmal wiederholt, wobey die Pflanzen abermals ſo verdünnt wer- den, daß ſie um 9 Zoll von einander entfernt kommen. Thaer ſagt im 4. Bande ſeiner rationellen Landwirthſchaft S..244, über das Bekraten und Behacken der Möhren:Es iſt beynahe un- glaublich, wie ſehr der Ertrag der Möhren hiervon abhängt. Ich habe den comparativen Verſuch mehrere Male gemacht, und von andern. machen ſehen, daß ein Theil des Möbhrenfeldes nach ge- wöhnlicher Gärtnermanier behandelt, wo erſt gejätet und dann die Möhren durch Aufziehen verdünnt, der andere Theil aber zu rechter Zeit beha>t wurde, wo dann der leztere hernach wenig- ſtens das Dreyfache gab. Dieß Behacken aber erfordert Uebung und Umſicht und macht alſo den Anbau ſchwierig und koſtſpielig. Indeſſen verlohnt es ſich des reichlichen Ertrages wegen.

Die Möbren erfordern zu ihrem Gerathen mehr feuchte und

warme, als tro>ne und kalte Witterung. Jn ſebr trocknen Jab- ren bleiben ſie klein und werden nicht ſelten im Geſch mace ſcharf und beißig. Beſondern Unfällen ſind ſie während ihres Wachs- thums nicht unterworfen, und nur, wenn ſie ihre Vollkommen- beit erlangt haben, werden die Wurzeln von den Mäuſen ange- nagt, der dadurch verurſachte Schaden iſt aber höchſt unbedeutend. Die Paſtinake. Vegetation und Behandlung während der Vege- tation bis zur Erndte,

Die Paſtinake, ein den Möhren zunächſt verwandtes Ge- ſchlecht, kommt in Hinſicht der Behandlung während der Vege- tation ſehr mit den Möhren überein. Die Samen gehen zwar ſchneller auf, als die der Möhren, deſſen ungeachtet iſt das- ten unerlaßlich, und' auch"das zweymalige Behacken trägt we- ſentlich zur Vervollkommnung des Gewächſes bey. Man kann die Paſtinaken mehrmals abblatten, und ſie treiben immer wie- der ein ſtarkes Laub aus; allein das Abblatten erfolgt auf Un- koſten der Wurzelausbildung, und es kommt nur darauf an, ob das Kraut, welches allerdings ein recht gutes Futter iſt, mehr und beſſere Futtermaſſe giebt, als die Wurzeln, wenn ſie nicht geblattet werden. Das Kraut der Paſtinaken wurzelt ſich ſogar leicht ein, und es kommt ſehr darauf an, ob man ſie nicht als Fut- tergewächs, bloß des Krautes wegen, bauen könnte. Die Paſti- nake geräth bey einer mäßig feuchten Witterung beſſer, als wenn es ſehr tro>en iſt, Beſondern Unfällen iſt ſie nicht unterworfen.

Topinambur, Vegetation und Behandlung während der Vege- tation bis zur Erndte.

Die knolligte Sonnenroſe verlangt zu ihrem Aufgehen eine mäßig feuchte und warme Witterung. Bey kaltem und tronem Wetter geht ſie oft erſt nach 4 Wochen auf. Bis zu Johannis baben die Pflanzen", wenn nicht ſehr warme und mäßig feuchte Witterung und ein ſehr kräftiger, thätiger Boden ihr Wachsthum befördert, gewöhnlich ein ſchwächliches und kräntliches Anſehen und wachſen nur langſam. Nach Johannis bekommen ſie eine dunkelgrüne Farbe und fangen ſichtbar zu wachſen anz aber am ſtärkſten zeigt ſich ihre Vegetation im Auguſt. In der erſten Zeir ihres Wachsthums, wo ſich viel Unkraut eingefunden